Archiv für die “My First Love”-Schublade


Das Jahr ist schon fast vorbei, und hier passiert immer noch nichts. Heute passiert nicht etwa etwas, weil ich meine Kreativität aus dem Gefängnis meines Raketenwissenschaftlerberuflebens befreit habe, sondern weil andere zu guten Zwecken kreativ geworden sind.

Der schöpferische Wohltäter wohnt bei Herrn Schoss und heißt Viktor, und aufgetreten wird mit seinen drei Freunden, die nicht Harvey, sondern alle Robert heißen.

Und für einen wirklich guten Zweck hat Viktor mit Hilfe eines des einen oder anderen nicht weniger kreativ-begabten Musikus ein Werk auf die Beine gestellt, dass eine Lingual-Ode an seine Heimat, eine thematische Huldigung hormoneller Ausnahmezustände und dank der vier (!) verschiedenen Abmischungen auch als ein sandiger Kniefall vor der Vielfaltigkeit und Großartigkeit der Musik an und für sich zu verstehen ist.

Dabei muss der geneigte Hörer im Auge behalten, dass es eigentlich nur um das Wohl von sehr jungen Menschen geht, zu deren Gunsten gespendet werden kann, um im Gegenzug diesen musikalischen Genuss zu erhalten. Insofern ist der Begriff “Spende” schon fast fehl-, wenigstens aber zu weit gegriffen, zumal der vermeintliche Spender eine Gegenleistung erhält, die den Spendengedanken mir nichts, dir nichts ad absurdum führt.

Ein wirklich guter Zweck und eine wirklich gute Idee - trotz aller philosophischer Wirrungen meinerseits.

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Wieder einmal habe ich Erkenntnisse gewonnen. Zum einen, dass ich noch nicht zu alt bin, um bei den Jungs von Metallica im Innenraum und in Bühnennähe zu stehen, springen und lauthals singen, zum anderen, dass ich definitiv zu alt bin, so etwas zwei Abende hintereinander zu vollbringen. Was mich dabei ungemein beruhigt, ist der Umstand, dass ich das von vorneherein nicht geplant hatte.

Nichtsdestowenigertrotz war es für mich nach sechzehneinhalb Jahren mehr als an der (einen) Zeit, die kommerziell erfolgreichsten Schwermetaller aller Zeiten noch einmal in Fleisch und Blut und mit Feuerwerk zu sehen.

Der Herr Hammett in Frankfurt.
Und Kirk nahm die Axt und spaltete das Gehör des anwesenden Volkes.

Die 360°-Bühne verhinderte offenbar die Bildung einer großen Moshpit*, aber es gab eine, und ich war mehr zufällig als freiwillig Teil ihrer Grenze. Das kann man sich wie den Job der Bande bei einem Eishockeyspiel vorstellen, wenn man von dem Temperaturunterschied absieht. Zum Amüsemang beiträglich war, dass die Mosher nur in Intervallen moshten, und so immer wieder ahnungslose Getränkebesitzer in ihre Mitte vorstießen, nur um beim nächsten Moshintervall mehr zufällig als freiwillig die Getränke zur Kühlung der Derwische und ihrer Umstehenden einzusetzen.

So verbrachte ich denn zwei Stunden mit Naturgewalten, und es ist nicht untertrieben, wenn ich sage, dass Metallica auch nach 28 Jahren Bandgeschichte ihre Zuhörer noch immer zu Brei rocken können. Es gibt sogar ein Beweisfoto, dass mich und James Hetfield zeigt. Nun ja, sagen wir, meine Hand und James. Aber immerhin: Nicht viele können das von ihren Händen behaupten!

Der Herr Hammett in Frankfurt.
Große Momente der Rockgeschichte.

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* Für die unbedarfteren meiner Leser: Das ist auf Rockkonzerten da, wo viele Junge Leute oft halbnackt und scheinbar unkontrolliert durch die Gegend springen, fallen - und schwitzen. Ich nehme daher an, dass “Moshpit” lediglich eine Abkürzung für “Moschuspit” ist.

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Irgendwann werde ich vielleicht doch noch Musikredakteur. Aber solange ich Raketenwissenschaftler bin, kann ich meiner musikalischen Leidenschaft ohne Druck folgen. Mit weniger Zeit, ja, aber auch ein Stück unbeschwerter. Auf jeden Fall gibt es immer wieder Zeichen, die mir die musikalisch-journalistische Bestimmung aufzeigen. Aber genug davon, denn eigentlich geht es hier um etwas ganz anderes.

Ich bin bemustert worden.*

Der Herr Bornée war so liebenswürdig, mir eine exklusive Vorschau auf ein Album zu geben, an dem er selbst maßgeblich mitgewirkt hat. Das Album heißt “InTakt”, und verantwortlich ist das Trio “KonFerenz”. (Ja, da ist der Herr Bornée auch dabei.) Präsentiert wird selbstkomponierter, selbstgexteter, selbstgespielter und selbstprogrammierter NuJazz-Lounge-Chillout.

Nun bin ich in das Gebiet Chillout, Lounge und Jazz selbst erst vor kurzem vorgestoßen. Da, wo die E-Gitarren sind, da komme ich her. Nichtsdestotrotz: Vom ersten Moment an gehen die entspannten Klänge ins Ohr, und nicht nur das, sondern auch die seidige Stimme von Sängerin Chinaza. Nie simpel, aber nie zu komplex, eignet sich “InTakt”, das übrigens ab dem 27. Februar kommerziell vertrieben wird, zum abendlichen oder sonntäglichen Ausspannen, zum Autofahren, zur unaufdringlichen Hintergrundbeschallung bei Besuch, aber eben auch zum Hinhören. Die Verpackung macht einen stylischen, papppeverwendend-umweltfreundlichen Eindruck und passt prima ins CD-Regal.**

InTakt

Kurzum: Ein für Einsteiger und Fortgeschrittene kompatibles, mit Liebe zum musikalischen Detail gestaltetes Album. Hörproben gibt’s da, wo die Band wohnt.

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* Nein, nicht gemustert. Das ist schon Äonen her und wegen leichter Blindheit mit “2″ ausgegangen. Der deutsche Staat und ich sind quitt in dieser Hinsicht.

** Wenn man denn noch CDs sammelt in diesen virtuellen Zeiten. Ich fühle mich ob dessen oft genug ein wenig retro und exotisch. Aber was soll’s: Zu viel Mainstream ist ohnehin langweilig.

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Gestern abend war ich mit meiner besseren Raketenwissenschaftlerhälfte im legendären Kurshaus zu Ginsheim, wo FrauvonWelt charmant conférencierte und Erdge Schoss Gebinde aus allen Lebens- und Hanglagen servierte.

Anlass hierfür war ein Wohnzimmerkonzert mit Liza da Costa und Tilmann Höhn, die die singende und gitarrezupfende Hälfte des Quartetts Hotel Bossa Nova bilden, zusammen aber alles andere als unvollständig erklangen. Ganz im Gegenteil, das dreistündige (!) Programm verging wie im Fluge nach Portugal oder Südamerika. Ganz gleichberechtigt brachten die Zwei jazzigen Bossa Nova auf die 3 m²-Bühne, mal melancholisch, mal fröhlich beschwingt. Während die bezaubernde Liza da Costa den Liedern ihre Seele verlieh, bildete Tilmann Höhn eine magisch-manische Ein-Mann-Kapelle, die mir mehr als einmal den Kiefer herunterklappen ließ.

Kurzum, wer nicht Teil der halben Dutzend Handvoll Anwesenden war, hat etwas versäumt. Wen’s reut, dem kann die Tube helfen.

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Der Herr KonFerenz, loungig-musikalisch sehr begabt, veröffentlicht demnächst ein Album, aus dem er ein Medley zum Podcasten zur Verfügung stellt. Was ich bisher bei ihm gehört habe, macht mich optimistisch, dass nur Exzellentes wird folgen können.

Reinhören ist erlaubt, ja geradezu erwünscht und empfohlen.

Ich muss mich ersteinmal schlau machen, wie ich mir einen Podcast einrichte. Für hilfreiche Tipps bin ich immer zu haben!

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Zählt und kostet nix.