Browsed by
Category: Scheibster schwafelt

Ein Bett im Dornfeld

Ein Bett im Dornfeld

An diesem gefühlten Montag muss ich meinen Post einfach mit einem schlechten Wortspiel betiteln. Nicht dass mir das leid tut. Tuten täte. Oder so.

Gestern abend habe ich Musik geschnitten. Für einen Karnevalsverein. Besser gesagt für deren Männerballett. Aber nicht das Männerballett fiel bei mir ein, sondern die beiden jungen Damen, die die choreografische und seelische Betreuung innehaben.

Auf mein Geheiß und zur Arbeitserleichterung haben sie brav zwei Flaschen trockenen Dornfelder mitgebracht. Und sind beide mit dem Auto gekommen. Das wiederum bedeutete, dass ich einen Großteil dieser zwei Flaschen trockenen Dornfelder alleine trinken musste. Denn: Welcher gute Gastgeber hätte die zweite Flasche verschlossen gelassen?

So etwas kann nur unweigerlich zu einem gefühlten Montag führen. Keine startenden Raketen heute. Bitte.

Not am Trikot

Not am Trikot

Ich brauche noch ein Trikot. Unbedingt. Sonst darf ich heute abend nicht auf Jans Superfernseher Fußball schauen. Und meine Freundin braucht auch noch eins. Sonst darf sie auch nicht.

Verdammt.



Die Welt zu Gast bei Ignoranten

Die Welt zu Gast bei Ignoranten

Es wird Zeit, dass ich mich einmal wieder zu Wort melde.

Die WM naht, und wer das noch nicht dank Werbeüberflutung gemerkt hat, muss tot sein oder sich seit Monaten in einen Atombunker zurückgezogen haben.

“Die Welt zu Gast bei Freunden”, so heißt es. Freundlich, nur mit leichtem Anklang von Pathos und irgendwie leicht aufdringlich. Ihr alle, die ihr uns Deutsche (zu Recht oder nicht) nicht mögt: Seid unsere Freunde. Bitte. Naja.

Oft genug höre ich im Radio oder sehe im Fernsehen (auch in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und nicht nur im Unterschichten-TV) Stimmungsmache gegen unsere friedlichen, sympathischen Nachbarn* aus Holland.

Mit den plumpsten Vorurteilen wird künstlich eine vermeintliche, fußballfiebergeschwängerte Feindschaft gepflegt und erneuert. Und das im Land der Dichter und Denker, für die wir uns immer noch so gerne rühmen. Wenigstens diejenigen unter uns, die einige zumindest noch beim Namen nennen können. Man mag argumentieren, dass der durchschnittliche Hooligan weder ganz dicht noch zum Denken befähigt ist und der Vergleich deshalb hinkt, aber soll dieses sportliche Riesenevent nicht gesellschaftsschichtenübergreifend begeistern? Welches Bild wollen wir von uns denn abgeben? Holländer-Voodoo-Puppen, Holländer-Witze… Was zur Hölle soll das? “Die Welt zu Gast bei Erbfeinden”?

Eine Fußball-Rivalität mag es schon immer gegeben haben, aber die kann man – gerade in den Medien – auch differenzierter und sportlicher darstellen, als es derzeit der Fall ist.

Ja, Ruud Gullit hat einst die arme Tante Käthe angespuckt. Pfui. Ein paar mal hat Holland gegen Deutschland gewonnen, ein paar mal war es umgekehrt.

Aber als Gastgeber hat man wahrlich Besseres zu tun, als auf seinen Gästen herumzuhacken. Zumal auch nicht wenige Deutsche gerne in Holland Urlaub machen. Vermutlich täten sie das nicht, wenn die Holländer schlechte Gastgeber wären.

Und immer daran denken: Eine Spuckattacke sollte man nach 16 Jahren verarbeitet haben. Das, was die Deutschen 1940 mit Rotterdam anstellten, wohlbemerkt nach der Kapitulation der Stadt, ist zwar länger her, aber offenbar von holländischer Seite weit großherziger vergeben und von deutscher Seite besser verdrängt worden. Von der Verhältnismäßigkeit mag ich gar nicht erst sprechen.

Also, ob ihr Fußball nun mögt oder nicht, feiert diese Weltmeisterschaft, wie es euch gefällt, und zeigt allen, dass wir gute Gastgeber sein können. Auch für die Holländer.

* Für den Klapsenschaffner: Dein Holländer mag tatsächlich die Ausgeburt der Bösen sein, aber den haben seine Landsleute offensichtlich nicht behalten wollen und darum nach Deutschland geschickt, um ein Brillengeschäft zu eröffnen.

Kunst im Restaurant: Ode an den Schnurbler

Kunst im Restaurant: Ode an den Schnurbler

Schnurbler 1: “Hey, was machst Du denn hier?”

Schnurbler 2: “Ich schnurble. Was soll ich sonst schon tun?”

Schnurbler 1: “Gegessen werden?”

Schnurbler 2: “Erinnere mich bitte nicht daran.”

Dieser Post ist dem Klapsenschaffner gewidmet. Weil man mit dem auch im Restaurant richtig Spaß haben kann. Das führt unter anderem dazu, dass so etwas wie die Augsburger Schnurblerkiste gegründet wird. “Was ist ein Schnurbler?”, wird sich der geneigte Leser fragen, und das mit Recht.

Das ist ein Schnurbler:


Nur der Kopf einer gewöhnlichen Garnele? Vielleicht. Aber mit Beinen und Fühlern. Ja, und Augen! Und von hinten kann man prima reinfassen und eine Fingerpuppe daraus machen.

Und schnurbeln, was das Zeug hält.

Wenn dann die Bedienung schief schaut, weist man sie einfach darauf hin, dass sie es war, die den Schnurbler angschleppt hat.

“Oh Schnurbler auf meinem Teller,
sehe ich Dich, schlägt mein Herz schneller.
Den Finger im Kopf verleih’ ich Dir Leben –
nie wird es etwas Schön’res geben!”