Browsed by
Category: Scheibster schwafelt

Ver(h)ulkt

Ver(h)ulkt

Ja, die letzten zwei Wochen war es hier sehr still. Ich behaupte jetzt einfach, das hätte daran gelegen, dass ich sehr intensiv darüber nachdenken musste, ob ich mir den unglaublichen Hulk im Kino antun soll oder nicht. Gestern habe ich es dann getan.

Um es kurz zu machen: Was haben ein Strauß Blumen und der unglaubliche Hulk gemeinsam? Richtig: Beide sind grün und geschnitten.

Das wirklich Ärgerliche daran ist, dass die Schnitte durch den deutschen Filmverleiher Concorde vorgenommen wurden, um aus der eigentlichen FSK 16- eine FSK 12-Version zu machen. In einer durchaus gelungenen, aber eben sehr actionlastigen Comicverfilmung ist das eher störend: Wenn Hulk ein Polizeiauto auseinandernimmt, um mit der vorderen und der hinteren Hälfte dem bösen Abomination links und rechts eine zu verpassen, die zwei sich jedoch im nächsten Moment ohne die Wagenhälften auf dem Dach eines Hauses balgen, komme ich mir als volljähriger Kinobesucher verulkt und entmündigt vor, vor allem, wenn das Kino die FSK 16er Fassung angekündigt hat. Da kann selbst Liv Tyler als Dr. Elizabeth Ross nichts mehr retten.

Für die Einhaltung des Jugendschutzes bei Kinofilmen sind letztendlich die Kinobetreiber zuständig und nicht der Filmverleih. Wer einen Film derart versaut, nur um mit einem vermeintlich größeren Zielpublikum mehr Profit zu machen, wird hoffentlich (und angesichts der “Hulk”-Besucherzahlen in den deutschen Kinos) merken, das so etwas nach hinten losgehen kann.

Pfui, werte Damen und Herren von Concorde.

Wie für mich gemacht

Wie für mich gemacht

Joscha Sauer ist der geistige und zeichnende Vater von nichtlustig.de. Er hat schon das ein oder andere geniale Nichtlustig-Comic-Buch veröffentlicht (von denen ich fast alle selbst besitze) und scheint auch sonst ein sehr dufter Typ zu sein.

Darum wird er hoffentlich auch nicht die Anwälte auf mich loslassen, wenn ich hier Werbung für ihn mache und dafür einen seiner alten Cartoons missbrauche, der 2004 entstand, mir aber trotz meines erst anderthalb Jahre späteren Erscheinens in der Blogosphäre wie auf den Leib geschneidert ist.

 Lemming-Raketenwissenschaftler
Danke, Joscha.

Rettet das Saarland!

Rettet das Saarland!

Wer in den vergangenen Monaten die Nachrichten verfolgt hat, wird es wissen: Das Saarland ist in Gefahr, und zwar gleich doppelt.

Durch den jahrzehntelangen Steinkohlebergbau ist der Boden unter dem Saarland so instabil geworden wie ein Stück Butter in der Sommersonne: Die Erde bebt stärker denn je. Zugleich wird ein Ende des Bergbaus gefordert, der nicht nur den Erdboden, sondern auch Abermillionen Euronen staatlicher Subventionen verschlingt. Dies allerdings bedeutet Arbeitslosigkeit für tausende Menschen.

Zwei Dinge sind offensichtlich: Zum einen darf das Saarland nicht weiter ausgehöhlt werden, wenn man nicht zum Ziel hat, es vom Erdboden verschwinden zu lassen.* Zum anderen ist die Wirkung staatlicher Subventionen höchst umstritten.

Was also vernünftigerweise tun? Wenn man gleichzeitig die aktuelle Energiekrise in Betracht zieht, so wird schnell klar, dass es Sinn macht, im Saarland eine Handvoll hochmoderner Atomkraftwerke zu bauen und den anfallenden Atommüll in sicheren Castorbehältern dort unter Tage zu lagern und damit die einsturzgefährdeten Steinkohlestollen zu stützen. Welche Antwort wird der Saarländer wohl geben, wenn man ihn fragt, ob es ihm lieber ist, dass sein Haus (oder wenigstens ein Teil davon) plötzliche einige Stockwerke tiefer steht oder eben gegebenenfalls (und auch nur ganz vielleicht) das Saarland irgendwann keine Straßenbeleuchtung nachts mehr brauchen sollte?**

Aber Atomstrom ist doch böse, oder nicht? Nun: Alternative Energien scheinen nach jetzigem Stand auch mittelfristig nicht ausreichend, um den stetig wachsenden Energiebedarf Deutschlands zu decken. Atomstrom ist effizient, günstig und zudem weniger CO2-intensiv als fossile Brennstoffe. Die Sicherheit der Atomkraftwerke ließe sich schon damit verbessern, dass man die Belegschaften ausschließlich aus Einwohnern des Saarlands rekrutiert. Diese haben schließlich ein vitales Interesse an einem zwischenfalllosen Reaktorbetrieb.

Zudem könnte man ehemalige Bergleute umschulen und würde so das Problem der Arbeitslosigkgeit wegen des Endes des Bergbaus eindämmen. Deutschland würde sich energieversorgungstechnisch unabhängiger machen und könnte obendrauf Atomstrom an Frankreich verkaufen, das diesbezüglich ohnehin schon viel weiter ist als wir Deutschen.

Und letztlich: Jeder denkbare (durch die hohe regionale Konzentration von Atomkraftwerken hervorgerufene) Terroranschlag oder Super-GAU wird zunächst das Saarland treffen. Ja, genau: Verteufelt guter Plan, das!

____________________________
* Unsere französischen Nachbarn sollte man hierzu besser nicht befragen, die wollten die Saarländer 1955 schließlich doch nicht haben, oder haben sie zumindest ohne großes Aufsehen der Bundesrepublik untergeschoben.

** Und das würde sogar ruckzuck Energie einsparen!

Spielgeld

Spielgeld

Bei Herrn Quint würde das als “Voodoo Display” auftauchen. Hier ist es schlicht eine Impression aus der nächtlichen Bad Nauheimer Hauptstraße.

Ein Schaufenster eines Spielothek-Sportwetten-Halbzwielicht-Etablissements.

Ich frage mich nur, was uns der Aussteller damit sagen will.

********************************

Ladenbetreiber: “Ey, weissu, brauch isch Leuschtschild, wo draufstehn tut, dass hier um Geld gespielt wird, Alder.”

Leuchtmittelreklamedesigner: “…”

Ladenbetreiber: “So was wie Geldspieler, weissu, Alder. Ey, Geldspieler is’ korregd, das nehm’ isch.”

Leuchtmittelreklamedesigner: “…”


“Junge, solange du bezahlst, schreibe ich auch ‘Deine Mutter’.” – “Ey, Alder, isch schwör’ dir, wenn du meiner Mudder schreibst, dann mach’ isch disch platt!”