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Category: Scheibster schwafelt

Karnivore Pferde und alte Fregatten

Karnivore Pferde und alte Fregatten

Vor nunmehr neununddreißig (39!) Jahren durfte John Cleese sich zusammen mit einigen der späteren Pythons bei der BBC austoben. Das Ergebnis war “How To Irritate People” (zu deutsch: Wie man Leute verärgert) und ist ein Glanzbeispiel britischen Humors. Bemerkenswert ist, dass die Sketche trotz ihres fortgeschrittenen Alters wenig von ihrer Aktualität verloren haben.

Also, zurücklehnen, Englischkenntnisse hervorkramen und genießen.

Angling Irritating: Auch das war 1968.

Toll und nicht toll oder Als Nokia mich fast mein Leben kostete

Toll und nicht toll oder Als Nokia mich fast mein Leben kostete

Es ist an der Zeit für das, was Herr Wolf gerne Verbraucherberatung nennt.

Toll ist, dass man bei aktuellen Nokia-Mobiltelefonen selbstständig die Firmware updaten kann. Das hält das gute Stück immer auf dem vermeintlich höchsten Stand der Technik bzw. seiner Möglichkeiten.

Toll ist auch, dass Nokia darauf hinweist, dass beim Update alle Nutzerdaten (inkl. Adressbuch) vom Telefon gelöscht werden. Vor dem Update gilt es also, zunächst alle Daten zu sichern.

Nicht toll ist, dass beim Backup der Telefondaten unter Umständen Kalender und Adressbuch nicht gesichert werden und man deswegen immer das Protokoll des Backup-Verlaufs lesen sollte.

Auch nicht toll ist, dass genau diese Stolperfalle nicht großen blinkenden Lettern bei den Backupanweisungen steht, und man es – wie in meinem Falle – erst merkt, wenn es zu spät ist.

Gar nicht toll ist die Erkenntnis, dass gerade rund zweihundert Kontakte mit je ein bis vier Telefonnummern die ewigen virtuellen Jagdgründe besucht haben und man damit de facto telefonisch einseitig von der Außenwelt abgeschnitten ist.*

Toll ist, wenn man ein wenige Monate altes Backup-File auf seinem Rechner findet, in dem wenigstens die meisten der verlorenen Kontakte enthalten sind. Halleluja.

Lasst es euch eine Lehre sein: Schludriges Sichern eurer wichtigsten Daten ist wie Rudelpimpern in Afrika ohne Gummi!

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* Die Gefühlsachterbahn in einem solchen Moment ist schwer zu beschreiben und nur ansatzweise mit einem “format c:” ohne Sicherung des E-Mailadressbuches zu vergleichen.

"I find your lack of faith disturbing."

"I find your lack of faith disturbing."

So sagte schon der gute alte Herr Vader, und wenn es einer wissen muss, dann er.

So hörte ich heute morgen in der Radiowerbung:

“…40% Jubiläumsverrat!”*

Es gibt zwei mögliche Deutungen: Ich werde langsam taub oder paranoid. Beides ist nicht vollkommen auszuschließen.

Schönes Wochenende euch allen!
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* Ich gehe davon aus, dass eigentlich Jubiläumsrabatt gemeint war.

Gehen lassen

Gehen lassen

Meine Oma hat mir bereits in sehr früher Kindheit das Kartenspielen bei- und nahegebracht. Rommé hat sie mich gelehrt. Ein schönes Spiel, nicht zu simpel, nicht zu kompliziert, und es war immer spaßig, die anderen mit “Hand” zu überraschen. Schade eigentlich, dass heute kaum noch einer Rommé kennt, geschweige denn spielt.

Meine Oma konnte den besten Streuselkuchen der Welt backen. Zugegeben, ich habe bisher nicht alle anderen probiert, aber das wird auch nicht nötig sein. Es gibt Dinge, die weiß man einfach.

Meine Oma war mit meinem Opa bis zu seinem Tode im vergangenen Herbst über 66 Jahre verheiratet. Eine Zahl, die in der heutigen Zeit durchaus als Anachronismus gelten darf und vor der ich den allergrößten Respekt habe, zumal trotz der normalen Konflikte ihr Verhältnis immer liebevoll war.

Letzte Nacht ist meine Oma gestorben. Selbst wenn ich dies angesichts ihres Allgemeinzustandes als Erlösung von ihrem Leiden ansehen kann, so ist doch auch ein Teil meines Lebens damit beendet.

Kein bester Streuselkuchen der Welt mehr.

Kein Rommé.

Keine Großeltern.

Auf uns, Männer!

Auf uns, Männer!

Männerabend.

[Spoiler-Warnung: Liebe Leserinnen, der nachfolgende Inhalt kann Ihr Männerbild nachhaltig beeinflussen und bisher als Klischées betrachtete Umstände bestätigen. Lesen Sie nur weiter, wenn Sie sicher sind, dieses Risiko eingehen zu wollen.]

Gestern war es einmal wieder so weit. Und zwar zünftig mit Tichu, lecker Mineralwasser für die Fahrer und einem reichhaltigen Sortiment südhessischer (und nur fast abgelaufener*) Biersorten für alle anderen.

Und in all der Unbeschwertheit, die Männerabende eben auszeichnet, plötzlich die philosophische Frage:

Warum eigentlich Männerabende?

Ist es nicht verblüffend, sich plötzlich in einem Alter und Lebensumstand zu befinden, in dem es gelegentlich mehr Spaß macht, abends länger aufzubleiben und nicht mit der Angebeteten ins zu Bett zu gehen? Nun, ja, das ist es.

Es ist die genannte Unbeschwertheit, die den reizvollen Kontrast zum herausfordernden und nicht selten von Unwegbarkeiten gesäumten Zusammenleben mit der eigenen Partnerin ausmacht. Nicht, dass wir Letzteres blöde finden. Im Gegenteil: Die meisten Männer brauchen Herausforderungen, und eben auch die, die von ihrer Partnerin ausgehen,** die uns Männern all unser Einfühlungsvermögen, Verständnis, unsere Kreativität und Leidenschaft abverlangen.

Zum gelungenen Männerabend gehören hingegen nur einige einfache Zutaten, über die generell nie Uneinigkeit herrscht: Bier, Kartenspiel, Musik und ein niveauvolles Gespräch.***

Als Beispiel ein kleines Zitat von gestern abend, das mehr sagen kann als tausend weitere Worte:

Spieler A (über Spieler B): “Also, wenn ich e Mädsche wär’…”

Spieler C (hämisch grinsend): “…dann wär’ ich lesbisch.”

Spieler B grummelt.

Spieler D: “Aber so e lesbisch’ Mädsche is’ ja auch net schlecht.”

Spieler C: “Naja, aber nur, wenn’s zwei sind.”

Darum eigentlich Männerabende.

In diesem Sinne einen lieben Dank an alle Beteiligten. Und an die Damen, die über fehlende sensationelle Enthüllungen jetzt enttäuscht sind: Die meisten Typen sind letztlich harmloser, als ihr glaubt.**** Wahrscheinlich ganz so wie der Inhalt eurer Handtaschen, oder das Geheimnis, warum ihr immer zu zweit auf Toilette geht.

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* Fast abgelaufen ist aber nicht schlimm, denn alt wird das Zeug dann ohnehin nicht mehr.

** Und offenbar lohnt es sich, sonst würden Männer das nicht seit Menschengedenken immer wieder versuchen. Das mit den Frauen.

*** Körpergeräusche sind an Männerabenden akzeptierter Teil von niveauvollen Gesprächen, wenn auch keine Notwendigkeit. Als Alternative zu Bier und Kartenspiel können auch eine halbe tote Kuh und einige Flaschen Rotwein dienen.

**** Zumindest harmloser als wir denken, dass ihr glaubt.