Wanderer, kommst du nach Würzburg

Wanderer, kommst du nach Würzburg

Am Wochenende gab es einen Abschied. Ein junger Mann sucht sein Glück, und seine Freunde müssen ihm vorher noch zeigen, was wahres Glück bedeutet.

Wahres Glück sind ein Bierkeller mit achtzehn Sorten vom Fass, weiteren siebzig aus der Flasche, ein gutes Schnitzel und zwanzig Kaltwachsstreifen.

Was man daraus so alles machen kann, habe ich unter Einsatz meines Lebens dokumentiert.


Ein Mexikaner kennt keinen Schmerz.

Was man damit noch so alles machen kann, habe ich unter Aufopferung einer Vielzahl von Brust- und Armhaaren und mit reger Beteiligung des Bedienungspersonals selbst durchlitten erlebt. Lasst euch eines gesagt sein: Eine Landebahn durch das Naturbrusthaartoupet schmerzt nicht nur über Gebühr, es sieht auch furchtbar albern aus.

Ehrlich.

Horst und der Tanz

Horst und der Tanz

Jetzt ganz schnell noch ein Gedicht,
bevor die Nacht hereinebricht.
Brechen, dass muss Horst gleich auch,
füllt Eierlikör doch seinen Bauch.

Das alleine wär’ nicht schlimm,
auch sonst hat Horst sehr viel Benimm.
Doch tanzen kann Horst nicht sehr gut,
und braucht dafür meist viel Mut.

Mit High Heels und mit Perlenketten
kann Horst sich nicht vorm Angstschweiß retten.
Da hilft nur eines, quel malheur,
ein guter Schluck von dem Likör.

Doch Horst lässt’s dabei nicht bewenden,
und so was kann nur böse enden.
Die dritte Flasche ist geleert:
Der Mut ist bei Horst eingekehrt.

Noch bevor die Bühne Horst erreicht,
wirkt sein Gesicht gar ausgebleicht.
Horst sucht noch der Natur zu trotzen,
und muss trotzdem erst mal kräftig kotzen.

Die High Heels hin, das Kleid gerissen,
der Abend läuft für Horst beschissen.
Doch der Horst, der hat gut lachen,
muss er doch hier nicht sauber machen.

Er rülpst noch mal ganz ungeniert,
wird aus dem Saal komplimentiert,
fällt draußen hin, und nicht zu sacht,
und kriecht weiter in die Nacht.

Ist Horst auch ziemlich ramponiert,
eines, das hat er kapiert:
Mach’ ums Jetzt dir keine Sorgen,
viel schlimmer wird der nächste Morgen!

Der Hase und die Blume

Der Hase und die Blume

Einst schnupperte ein kleines Häschen
an einer Blume mit dem Näschen.
Doch auf einmal, ach oje,
tat seine Nase ganz schön weh.

Schließlich schaut es ganz verdutzt,
als es sich die Nase putzt:
Seine Pfötchen, rot von Blut –
das findet Hasi gar nicht gut.

Es will sich just am Kopfe kratzen,
da hört es laut die Blume schmatzen.
Sie kaut genüsslich ein Stück Nase,
und das sieht aus, als sei’s vom Hase.

Das kommt so gut wie gar nie vor,
doch ist ‘ne Blume karnivor,
und vielleicht auch noch gerissen,
dann kann’s sein, man wird gebissen.

Da schwört das Hasi Krieg den Blüten,
fängt in den Blumen an zu wüten.
Chlorophyll, das fließt und spritzt,
als Hass in Hasis Augen blitzt!

Und beim in den Blumen Toben
schlägt Hasis Schicksal zu – von oben.
Ein Adler ist’s, und er sucht Futter
(der Vogel ist ‘ne Adlermutter).

Und wird’s auch bald im Horste liegen,
so kann das Hasi jetzt noch fliegen,
nach and’ren bösen Blumen gucken,
von hier auf ihre Köpfe spucken.

Und die Moral der vielen Blüten:
Du solltest dich sehr davor hüten
über viel Kleines dich zu sorgen –
dann bleibt das Große dir verborgen.

Horst und das Reh

Horst und das Reh

Heute überkam mich ein guter Gedanke, wie ich meinen Weg an diesen Ort hier zurückfinden kann. Wenn mir einfach nichts einfallen mag, was ich schreiben* kann, so werde ich schlicht ein wenig dichten.

Dichten geht einfach immer.

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An der Ecke steht ein Reh
und Horst sitzt auf dem Canapée.
Horst sitzt da und schaut TV
und trägt die Kleider seiner Frau.

Mit Horsts Frau, da ist es aus,
denn sie schläft mit Nachbar Klaus.
Horsts Frau nahm Hund und BMW,
und Horst behielt das Canapée.

Und die Kleider, das ist wichtig,
dies findet Horst auch so ganz richtig.
Horst schminkt sich gern die Augenlider,
seine Frau, die war ihm eh’ zuwider.

Sie konnte nicht mal richtig kochen,
und hat auch ziemlich streng gerochen.
So sitzt Horst auf dem Canapée
und zappt zurück zur ARD.

Um den Hals die Hundeleine
rasiert sich Horst auch gern die Beine,
lieber als die von seiner Frau,
oder von Klaus, der alten Sau.

Sein Canapée ist sehr bequem,
das ist für Horst sehr angenehm.
Doch das Reh weiß nichts von Horst
und geht zurück in seinen Forst.

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*Das Lesen meiner Blogroll ist ein anderes Problem, da ich mir Zeit und Muße dafür eben nicht aus den Rippen schneiden kann wie der Herr dem Adam einst die Eva.

[edit] Oh, und ganz nebenbei: Am heutigen Tage sind es genau zwei Jahre, die ich meine Schreibblockaden öffentlich zugänglich mache. Darauf einen Dujardin! [/edit]