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Category: Scheibster schwafelt

Böse Börse

Böse Börse

Wer derzeit mit einem Teil seines Vermögens am Aktienmarkt investiert ist, erlebt täglich ein Wechselbad der Gefühle.

Um zu verstehen, was dort eigentlich passiert, muss man eine ganze Menge Erfahrung haben, besonders schlau sein, oder auch beides. Ersatzweise kann man sich auch folgenden genialen Sketch von John Bird und John Fortune anschauen, in dem die beiden auch als “The Long Johns” bekannten Komiker mit gut recherchierten Zitaten und beißendem Zynismus die Marktmechanismen und die Subprime-Krise auf die Schippe nehmen.


“And that’s what we call market sentiment.” Acht Minuten, die keiner bereuen wird.

Tanze für mich, dicker Koch

Tanze für mich, dicker Koch

Gerade, als ich die ziemlich attraktive junge Dame an der Bar auf ein alkoholhaltiges Getränk einladen wollte, trat Alfonso, der dicke Koch, aus der Küche und hinter die Theke. Alfonso, der dicke Koch, stahl damit nicht nur mir die Aufmerksamkeit der ziemlich attraktiven jungen Dame, sondern auch allen anderen Anwesenden mit seinen überfunktionalen Schweißdrüsen die Luft zum Atmen.*

Mit androstenongeschwängerter Stimme hauchte die ziemlich attraktive junge Dame ein “Tanze für mich, dicker Koch!” in sein ziemlich behaartes Ohr. Alfonso, der dicke Koch, warf nach einer gefühlten Äone Blick und Arme in den von der Raumdecke verborgenen Nachthimmel und tänzelte wie ein junger Gott von hinter der Theke in die Küche, und von der Küche mit einem hölzernen Kochlöffel zwischen den Zähnen vor die Theke, um die ziemlich attraktive junge Dame in seinem vielfach erprobten Tangowürgegriff dahinschmelzen zu lassen.

Noch während Alfonso, der dicke Koch und die ziemlich attraktive junge Dame Arm in Arm in einen ziemlich verschwitzten Feierabend entschwebten, rief ich den beiden ein “Pah, Tangowürgegriff!” hinterher. Dass ich einen Elefanten noch viel besser zeichnen konnte als Alfonso, der dicke Koch, behielt ich für mich.

“Zeichnest du einen Elefanten für mich?” fragte Harry, der Barmann und zwinkerte mir zu.

“Na gut”, sagte ich und zeichnete ihm den zweitbesten Elefanten, der jemals von Menschenhand gezeichnet wurde, auf eine nur halb durchweichte Serviette.

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*Nun, wenigstens den angenehmen Teil der Luft.

The End Is Nigh

The End Is Nigh

Das Ende ist nahe. Das jedenfalls kann man glauben, wenn man ins Kino* geht, die vor einem sitzende jugendliche Zuschauerschaft auch während des Films nicht die Raffel halten kann und dann auch noch die Herkunft des Wortes “dito” diskutiert. Dass es seinen Ursprung im Lateinischen habe, will ich aus der hinteren Reihe klugscheißen.

Als dann aber die Äußerung fällt, Ditto sei doch ein Pokémon gewesen, bin ich lieber still und sinniere über Generationsunterschiede und ab wann es jemand einfach verdient hat, dumm zu sterben. Und ob das auch mich betrifft, weil ich eben nicht Pikachu & Co. in- und auswendig kenne und einfach nur ein Insider an mir vorbeigegangen ist.


Verwünscht: Ich wollte die Prinzessin aus dem Film haben, nicht die Prinzessin sein.

In diesem Sinne Euch allen einen gelungen Start in ein knallerhaft raketenmäßiges 2008!

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*Ganz richtig: Wer in Friedberg ins Kino geht, ist selbst schuld.

Silent Light, Holy Light

Silent Light, Holy Light

Müdigkeitstrunken schlurfte ich in die Bahnhofshalle und wurde von seiner Herrlichkeit fast erschlagen.

Bin ich nicht herrlich? fragte mich seine Stimme in meinem Kopf.

Nun, du bist herrlich groß, und wenn du nicht so groß wärst, wärst du so kitschig, dass es quietscht, und zwar mit bunten Funken, waren meine Gedanken.

Huldige meiner Herrlichkeit! Siehe, wie ich erstrahle! befahl die Stimme, die außer mir tatsächlich niemand zu hören schien.

Ich mach’ mal ein Foto und denke darüber nach, dachte ich, machte ein Foto, stieg in den Zug und schlief mit schillernd bunten Gedanken über die mannigfaltigen Auswüchse des Konsumanheizterrors und die CO²-Neutralität seiner Herrlichkeit ein.