Fetch, Fido!

Fetch, Fido!

Der singende Ralph und der schreibende Wolf haben offenbar nix Besseres zu tun, als mit Stöckchen wildfremde Leute zu bewerfen. Sei’s drum, ich ziehe mir das Dingens jetzt aus dem Auge und lege los. Schließlich habe ich schon mit viel längeren Stöckchen fertig werden müssen.

(Vorweg: Ich muss “Dinge” materiell interpretieren, sonst hätte es wohl “Charaktereigenschaften” gehießen)

Fünf Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
– Mehr selbstbestimmte Zeit zur Erforschung eigener Raketen
– Ein Heim, das niemand anderem gehört
– Eine Rakete samt Chauffeur
– Einen Radiosender
– Meinen guten alten Competition Pro (und ja, ich weiß, das es die wieder zu kaufen gibt; übrigens hat er gewonnen gegen den Liebesbrief von Liv Tyler, mit dem ich ganz dolle angeben könnte – und meine Freundin erst, denn ich habe ja sie genommen und nicht Liv)

Fünf Dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:
– Mein gelegentlich zu ausgeprägtes Sendungsbewusstsein (böse Leute nennen das Klugscheißen, und ha, jetzt bin ich doch bei Charaktereigenschaften angelangt)
– Eine funktionslose Klimaanlage in meinem Auto
– Myopie (im Volksmunde auch Kurzsichtigkeit genannt; das Leben ohne Brille ist ein Stück unkomplizierter)
– Frühestens zu Weihnachten wieder Urlaub
– Meinen sporadisch auftretenden Hang zur Arroganz

Fünf Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:
– Eine gotische Kathedrale auf der Stirn
– Sämtliche lästigen und tödlichen Krankheiten (inkl. Schreibblockaden)
– Alpträume über George W. Bush
– Keine tollen Freunde
– Briefe eines gegnerischen Scheidungsanwalts

Wenn ich mir diese Auflistung so betrachte, muss ich feststellen, dass es mir eigentlich kaum besser gehen könnte.

Ich gehe jetzt heim und genieße die Momente, in denen die Welt mein Freund ist und mir höchstens einen unpünktlichen RMV zwischen die Beine werfen kann.

…natürlich nicht, ohne das Stöckchen vorher noch weiterzuwerfen, und zwar an:
– Den Leif, damit er mal wieder Content postet und nicht nur Links
– Den Lemondash, um zu schauen, ob er noch lebt
– Die Frau Diva, damit sie andere Gedanken als Fräsen und Schweißen hat
– Den Ole, weil er es nicht besser verdient hat
– Die Frau Vivaldi, um ihr ein neues Frust-Ventil zu geben

Haut rein!

Feige, die (auch Ohr-)

Feige, die (auch Ohr-)

Der Herr Eon wetterte vor einiger Zeit wider die Feigheit vor Terrorismus und für die Freiheit. Ich will das kurz aufgreifen.

Wahrscheinlich liegt es an der Kultur, in der ich aufgewachsen bin. Zu glauben, dass man nach einem Märtyrertod im vermeintlichen Paradies zwanzig (vermeintliche) Jungfrauen abbekommt, ist eine Sache. Über Glauben wie über Geschmack kann man nicht streiten. Jedenfalls nicht sinnvoll.

Aber wer in aller Welt freut sich über zwanzig Jungfrauen, denen man noch alles beibringen muss?

Haben und nicht haben

Haben und nicht haben

Vergangener Abend beim Vergleichen der Lottozahlen.

Ich: “Mist. Sechs mal zwei Richtige, sonst nix. Egal, ich hab’ ja dich.”
Sie: “Oh Mann, ich hab’ nur Scheiße… Und dich!”

Was soll man in solch romantischen Momenten noch sagen? Richtig, am besten nix. 🙂

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Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass der Jay, von seiner Freundin Grit auch liebvoll “chinesischer Kampfpummel” genannt, gerade eine 1.800 km lang Jeep-Tour durch die Mongolei hinter sich gebracht und das sehr schön bebildert zusammengefasst hat. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall!

Aus dem Urlaub eines Raketenwissenschaftlers, Teil II

Aus dem Urlaub eines Raketenwissenschaftlers, Teil II

Es wird Zeit für Teil Zwei, bevor mich die ganze Raketenforscherei vergessen lässt, wie sich “Urlaub” überhaupt schreibt…

Sommer, Sonne, gestrandete Wale
Das hat man nun davon, wenn man dahin fährt, wo alle hinfahren. Touris, Touris, überall verdammte Touris. Am auffälligsten sind natürlich die, die ihr eigenes Schwerkraftfeld besitzen. Die nehmen nämlich eine Menge Strand in Anspruch. Was blöde ist, wenn es nicht einen kilometerlangen Strand gibt, sondern mehrere kleine Buchten.

Und nein, im Sommer geben die vermeintlichen gestrandeten Wale leider keinen Schatten, den man als durchschnittsbeleibter Strandgast nutzen könnte. Wo ist Greenpeace, wenn man den Verein am nötigsten braucht?

Aber wenigstens sind die Einheimischen, die ihr Geld an den ganzen Touris verdienen, so gut gelaunt, dass sie gar bei der Arbeit singen. Das gilt vor allem für die Obstverkäufer am Strand. Die sind Obstverkäufer und keine Opernsänger, weil das Repertoire nicht groß ist und fehlende Oktaven durch Lautstärke und Leidenschaft ausgeglichen werden. Das führt dann schließlich dazu, dass man dem Typ sein gesamtes Obst abkauft, damit er endlich abdampft und man wieder in Ruhe das Treiben der Wale beobachten kann. Absicht? Wahrscheinlich schon.

Zurück zu Greenpeace: Die waren immer noch nicht zur Stelle, als am Abend des ersten Tages in der Chiki Tiki Bar Hauspapagei Pepe, ein grüner Ara, den Tyrannen raushängen ließ und den ganzen Touri-Frust an dem armen Graupapagei Tiki ausließ. Bei dieser Gelegenheit mussten wir feststellen, dass so einiges in Cala D’Or geklont erschien. Die Bedienungen in der Chiki Tiki Bar, die Chiki Tiki Bar, die meisten Restaurants (Steakhäuser, Italiener, oder – am Yachthafen – Fischrestaurants), die Irish Pubs. Es gab einfach alles mehrmals, zumindest auf den ersten Blick.

Verdächtig war auch, dass die Bedienung im Chiki Tiki (die eine oder vielleicht auch die andere, so genau ließ sich das nicht sagen) unseren Tischnachbarn einen “Fmoking Fombie” servierte. Wahrscheinlich war sie einfach nur einheimisch und sprach ganz in mallorqinischer Tradition “s” und “z” wie ti-äitsch aus.

Am nächsten Morgen hatten wir Besuch in unserem Hotelzimmer. Wer Kakerlaken erwartet, den muss ich enttäuschen. Die gab es nur im Supermarkt nebenan auf dem Transit vom Gemüse zur Bäckerei-Theke. Nein, es war ein putziger kleiner Salamander. Der ließ sich mit etwas Geschick auch wieder nach draußen befördern. Das war auch gut so, denn auf Dauer hätte es im Hotelzimmer für uns drei etwas eng werden können.

Eigentlich hätte die Zimmerübergabe in der Nacht unserer Ankunft etwa so verlaufen müssen:

– Ah, das Zimmer hat eine Besenkammer!
– Nein, das ist das Zimmer.
– Nun gut, wenigstens ist der Kleiderschrank gefliest.
– Das ist das Bad.
– Oh. Warum stehen auf dem großen Fensterbrett keine Blumen?
– Weil keine Saison für Blumen ist. Außerdem ist das die Terrasse.
– Der Arzneimittelschrank in der Wand ist dann sicher für die Kleidung, nicht?
– Richtig.
– Hm, aber wenigstens Sie lässt man nur nachts auf die Gäste los?
– Nein, ich bin immer da.

Immerhin gab es eine Klimaanlage, auch wenn die planmäßig nur zu bestimmten (wenigen) Stunden am Tag mit Strom versorgt wurde. Da zwar die Stromversorgung funktionierte, aber die Klimaanlage für sich genommen nicht, haben wir uns auch keine Lungenentzündung zugezogen. Einen Fernseher hätte man wohl mieten können, dafür gab es ein Radio. Das Radio hätte auch bestimmt funktioniert, wenn noch die Knöpfe zur Bedienung vorhanden gewesen wären.

Halb so wild, ums Radio streiten wäre ohnehin schwer gefallen, da die beiden Einzelbetten dank Elektro- und Telefoninstallation einen halben Meter auseinanderstehen mussten.

Aber davon ließen wir uns ich mir meine Laune nicht verderben. Was mich direkt in den Speisesaal zum Frühstück (und Abendessen) führt. Alle Angestellten des Hotels, die dort herumeiltenliefenirrten, mussten die gleichen bescheuerten roten Blusen mit den weißen Buchstaben anziehen, die ihren modischen Zenit bereits Anfang der Neunziger überschritten hatten. Dies alleine kann allerdings keine Erklärung für das Schauspiel sein, das eine Bedienung immer wieder bot. Die Passion Christi war ein Kindergeburtstag gegen ihren Gesichtsausdruck. Aber noch etwas konnte diese junge Frau besonders gut: Ihren Stresslevel aktiv aufrechterhalten. Waren die Tassen gerade aus, kam sie mit höchstens vier neuen aus der Küche. Wurde nach neuer Milch für Müsli verlangt, kam nicht selten eine Menge von ungefähr 0,2 Liter am Büffet an.

Wie es weiterging, erfahrt ihr in Teil Drei. Noch vor Weihnachten diesen Jahres. Versprochen.

Die Wiedergeburt des Kurt C. aus S.

Die Wiedergeburt des Kurt C. aus S.

Manche Erkenntnis reift nur, wenn der Klapsenschaffner und der Baron* zu Besuch sind. Ein wenig Absinth zur Abrundung kann nicht schaden, wenn man zu einem Erkenntnis wie dem folgenden gelangen möchte:

Kurt Cobain wurde wiedergeboren, und zwar als Kurt “Candlebutt” Cobear.

Jawoll. Irgendwie muss er in seinem kurzem Leben eine Menge Mist gebaut haben, denn er kam zurück als Bärenkitschkerze. Auch noch als weibliche. Das ist sicher die Strafe dafür, dass er einst Courtney Love ehelichte.

Und das Schrotflintenproblem scheint leider auch noch nicht gelöst.


Aus dem Nirvana auf den Wohnzimmertisch: Kurt Cobear

Ich erwarte, dass sich unsere Wohnung in den nächsten Tagen zu einer Pilgerstätte für Nirvana-Fans entwickelt und meine Freundin, der Kurt Cobear gehört, zur neuen Prophetin des Grunge erklärt wird. Ich bin gespannt.

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*Baron de Escal, lecka spanischer Rotwein.