Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil VI

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil VI

Herr Jamaleddine hat Heißhunger und ist wahrscheinlich schwanger. Dabei hat er doch schon eine Tochter. Bestimmt hat er zuviel gezaubert. Radioaktivität hat echtes Überraschungspotenzial. Vor Strahlung sind wir in diesem Rakentenforschungslabor zwar gut geschützt, aber ich glaube, das Essen in der Kantine ist es nicht. Zu diesem Schluss muss man zwangsläufig kommen, wenn man die armen Gestalten sieht, die dort umherirren.

So ist es es auch wenig verwunderlich, dass die Raketenforscherkantine im Keller dieses Labors zu finden ist. Von draußen kann keiner sehen, was drinnen los ist, und eventuelle Opfer der Kochkunst sind im gleichen Moment schon unter der Erde. Bei einigen glaube ich jedoch, dass sie von eben dort kommen. Mir fehlen nur noch die Beweise.

Und apropos Keller: Dany, die das Männerballett trainiert, medizinisch wertvolles Voodoo beherrscht und dereinst Ärztin werden will, setzt im Keller tote Schweine wieder zusammen. Sagt sie wenigstens. Frankenschwein ist demnach nicht mehr nur ein Schimpfwort für einige Einwohner Bayerns. Wie auch immer: Ich sollte sie mal fragen, ob sie bei uns in der Kantine experimentieren möchte. Ich wäre sehr interessiert zu sehen, was sie dort alles zusammensetzen könnte.

Es scheint sich im übrigen zu lohnen, Raketenwissenschaftler zu kennen, wenn man ins Fernsehen möchte. Silke ist dieses Jahr 30 geworden. Darüber muss selbstverständlich das ZDF berichten.

Ich lasse mir damit noch bis zum 40. Zeit. Mit dem 30 werden, meine ich. Jaja, Raketenforschen hält jung.

Von wegen Kribbeln im Bauch…

Von wegen Kribbeln im Bauch…

Ich frage mich, ob es nicht schöner gewesen wäre, Grippe und Schnupfen zusammen zu bekommen. So heißt es: Fieber adieu, Schnupfen ahoi. Da muss ich mich doch glatt in Erinnerung an letzte Nacht an Pe Werner vergeifen.*

“Dieses Kratzen im Hals, das man niemals vergisst,
als wenn man zuviel alten Zwieback isst,
dieses Kratzen im Hals dient allenfalls
mich vom Schlaf abzuhalten bis morgens um vier…”

In diesem Sinne, Rotzfahnen raus und die Tastatur sichern!

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*Denkt doch, was ihr wollt.

Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Bin arbeitgeberfreundlich am Freitagabend krank geworden. Konnte deswegen leider dem Leif nicht bei seinem Umzug helfen.

Musste dafür den ganzen Tag im Bett liegen und mich mit Fieberfantasien herumschlagen. Spätestens, wenn man Zombiedackel sieht und das Kopfkissen ein überdimensioniertes, rohes Hähnchenbrustfilet zu sein scheint, weiß man, dass etwas nicht stimmt.

Am Montag, wenn ich in mein Raketenlabor zurückkehren muss, geht es mir bestimmt wieder prächtig.

"Love’s A Raven When It Flies"

"Love’s A Raven When It Flies"

An dieser Stelle möchte ich heute etwas Werbung machen. Werbung für einen Musiker, der zwar in England und Irland bereits Star-Status hat, den außerhalb aber nur wenige kennen.

Zu wenige für meinen Geschmack, denn David Gray ist sicherlich einer der begabtesten Singer/Songwriter unserer Tage. Seit Anfang der Neunziger macht er Musik mit wenig aufwendiger Produktion, aber umso mehr Herz und Seele. Auf seinen frühen Alben sind zumeist nur er und seine Gitarre zu hören. Auf späteren Werken integriert er problemlos elektronische Elemente, ohne sich dabei in eine Schublade stecken zu lassen. Sein aktuellstes Album, “Life In Slow Motion”, ist das erste, das aufwendigere Arrangements und echte Produktion zeigt.

Aber seien es die ersten, noch sehr puristisch anmutenden Stücke wie “Birds Without Wings” oder das schnörkeligere “Nos Da Cariad”, David Gray bleibt sich mit seiner unterschwelligen Melancholie, seinen wundervollen Texten und seiner sehr eindringlichen Stimme stets treu.

Youtube sei Dank, denn unten kann ich eines seiner Lieder vorstellen, das, in ruhigen Momenten gehört, sehr gut die Magie des David Gray veranschaulicht: “The Other Side”. Mir läuft jedesmal ein Schauer über den Rücken, wenn ich es höre. Das 2003er Album “A New Day At Midnight”, von dem es stammt, sei als geeigneter Einstieg für Gray-Neulinge empfohlen.

David Gray – The Other Side

Go ahead, punk. Make my day. Once more.

Go ahead, punk. Make my day. Once more.

Es gibt Menschen, die gibt es gar nicht.

Jedenfalls dachte ich das bis vor kurzem. Einige von euch werden es erraten: Mein alter Vermieter hat sich noch einmal gerührt. In einem letzten Akt der Verzweiflung möchte er nun die Mietbürgschaft in Anspruch nehmen, die er einst von mir bekam und an die er sich auch bis Anfang 2007 klammern wird. Die verspätete Übergabe stellt er mir nun in Rechnung, und den Austausch des Waschbeckens im Bad.

Blöde nur, dass die Verantwortung für die verspätete Übergabe nicht geklärt ist, und das Waschbecken (korrekterweise) im Übergabeprotokoll nicht beanstandet worden ist.

Und noch viel blöder, dass ich bei der Bürgschaft das Recht der Einrede habe. Sprich: Wenn ich nicht zustimme, bekommt er keinen Cent ausgezahlt. Gut so. An mir wird er sich nicht mehr bereichern.

Das Schönste in seinem an die Bank gerichteten Schreiben ist jedoch die abschließende Passage, in der er sich an die Personalabteilung meines Raketenlabors* richtet. Alleine dafür hat er sich den “Triple A (AAA) – Award”** mehr als verdient. Er sei ihm hiermit verliehen. Und zwar mit Pauken, Trompeten, Ritterkreuz, Eichenlaub und Schwertern. Und Brillianten. Und Haarissen im Waschbecken, Flecken auf dem Teppich, und einem nicht ausreichend geputzten Kellerraum. Und meinem allergrößten Vergnügen.

Aber lest selbst.

Briefe, die die Welt nicht braucht

Mir bleibt damit nur die Hoffnung, dass der arme alte Abteilungspräsident a.D. bei der Nachricht, dass die Bank ihm kein Geld auszahlen wird, keinen Herzinfarkt erleidet. Oder zwei. Oder gar drei.

Nein, schön wäre das nicht.

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*Dieses Raketenlabor hat in meinem Falle ausnahmsweise auch eine Bankbürgschaft ausgestellt. Sehr nett, wie ich finde.
** Aufgeblasenes, altersstarrsinniges Ach-ihr-wisst-schon.