Gedankenwurstpresse

Gedankenwurstpresse

Mit manchen Gedanken ist es wie damals, als man mit den Dreiecksförmchen und den dazu nicht passenden runden, viereckigen oder sternförmigen Öffnungen in dem magischen Behälter der vieleckigen Förmchen kämpfte.

Man hat einen wirklich tollen Gedanken. Gelb. Glänzend. Man kann andere Kinder damit hauen. Oder ihn ansabbern und dann andere Kinder damit hauen. Oder vielleicht nur vor Ihnen damit prahlen. Schlichtweg faszinierend.

Aber der Gedanke mag sich nirgendwo so richtig reinpressen lassen, was man auch probiert. Kein Konzept gewährt ihm Zugang. Vielleicht hat der magische Behälter einen Baufehler, vielleicht hält man auch nur gerade die eigenen Wurstfinger über die richtige Öffnung.

Irgendwann wird man wieder nüchtern. Merkt, dass das Gelb eigentlich abscheulich ist und die Form eklig angesabbert. Fragt sich, warum die anderen Kinder einen so seltsam anstarren, und will es lieber gar nicht wissen.

Dann ist es an der Zeit, alles stehen und liegen zu lassen und laut zu fragen, ob denn wohl noch Kuchen da sei.

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Einen herzlichen Dank an Markus Quint für die Inspiration zu diesem Textfetzen.

Verfahr im Gezug

Verfahr im Gezug

Die Deutsche Bahn im Allgemeinen und der Rhein-Main-Verkehrsverbund im Besonderen sind nicht gerade wegen ihrer Pünktlichkeit bekannt. Nichtsdestotrotz ist es kein Jahrhundertereignis, dass ein Zug den Frankfurter Westbahnhof kreuzt.

Die Bahn weist trotzdem freundlicherweise darauf hin, dass dort mit dem Auftreten von Zügen zu rechnen sei.

Aha, kann ich da nur sagen.

Mir stellt sich angesichts dieser Informationsphilosophie die Frage, wo als nächstes ähnliche Warnungen auftreten.

Im Schwimmbad etwa: “Achtung: Wasser”. Oder auf der Autobahn: “Achtung: Straßenverkehr”. In der Metzgerei: “Achtung: Fleischwaren.”*

Wenn jemand noch einen richtig tollen Hinweis dieser Art parat hat, mache ich eine “Eugen”-Geschichte daraus…

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*Angesichts der intellektuellen Kapazität so manchem Veganers vielleicht doch nicht so blöde.

Von Lappensaugern und Wohnzimmersopranen (ohne Hupen)

Von Lappensaugern und Wohnzimmersopranen (ohne Hupen)

Der Klapsenschaffner hat Angst vorm Wind. Weil der den Lappen aus seinem Fenster saugt.

An wolkigen Tagen wie diesem heute muss ich klar Schiff machen und die Brocken zusammenklauben, die einfach keinen eigenen Beitrag ergeben wollen. Dies ist somit meine “Der Widerspenstigen Zähmung”. Und nur für Frau Su: Ganz viel in kursiv.

Unsere Zentrale zur Bearbeitung von Rechnungen für Raketenteile in Bratislava schrieb neulich Herrn Schmidt an. Und aus lauter Ehrfurcht vor dem Herrn Schmidt, der ja bekanntermaßen ein ganz schön guter Zauberer ist, haben sie das “M” vergessen. Herr Schidt plant noch immer an seiner furchtbaren Vergeltung.

Schidt happens. (Der war zu billig.)

Man muss kleine Nettig- und Nebenbeiigkeiten nicht unnötig aufblasen. In der Kürze liegt die Würze, und im Phrasenschwein nun fünf Euro mehr.

Meine Freundin musste bei unserem letzten “SingStar”-Duell feststellen, dass ich höher singen kann als sie.
–> Falsetto-Man schlägt wieder zu: Ich bin einfach die bessere Nena.

Aber keine Angst, das kommt nicht von körperlichen Mängeln meinerseits* oder von übertriebenem Nikotin- und Alkoholgenuss meiner Freundin**. Nein, das ist so, weil ich 1986-1988 in der ersten Stimme im Unterstufenchor war. Bei Herrn Ciba.

Außerdem glaubt meine Freundin, dass ich unsere Nachbarn bezahle, damit sie vor unserem Fenster stehen. Gut, dass wir bald in Urlaub fahren und sie ein wenig Erholung bekommt. Wer weiß, wo das noch endet. “Guten Tag, Herr Scheibster, Ihre Frau K. war eben bei uns und hat Geld zurückverlangt, dass Sie uns gegeben hätten, damit wir vor Ihrem Fenster stehen.”

Besser nicht.

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*Ganz gewiss nicht.

**Es sei denn, sie macht das heimlich. Ich sollte das überprüfen.