Archiv für die “Scheibster schillert”-Schublade

Ich traf kürzlich eine Dame,
sie hieß… Wie war gleich ihr Name?
(Sie tat mir heftig eine knallen,
worauf ihr Name mir entfallen.)

Sie mögen sich nun sicher fragen:
Was war der Dame Grund zum Schlagen?
Es war der Grund jedenfalls nicht
mein Blick auf Brust oder Gesicht.

Nein, ich hatte nichts verbrochen,
sie hatte mich angesprochen,
doch keinen Diamant
hat sie von mir verlangt.

Sie wollt’, dass ich ihr Sprudel kaufe,
danach mit ihr im Rudel saufe,
hierauf durch das Gesudel laufe
und mich mit ihrem Pudel raufe.

Exakt so (oder so ähnlich)
war ihr Wunsch. (Ich fand ihn dämlich.)
Ich hielt laut ihr vor - sehr offen -
sie sei doof oder besoffen.

Sie zeigte Zeichen von Entrüstung
und schlug sehr fest vor meine Brüstung.
Von dem Verhalten sehr geprellt
verließ ich darauf schnell das Feld.

Während ich im Anschluss grollte,
und mich fragte, was sie wollte,
wurde mir schlussendlich klar,
was der Wunsch der Dame war.

Nun, eigentlich wurd’ es das nicht,
doch fiel mir das nicht ins Gewicht:
Wildfremder Weiber Wunsch verkennen
werd’ ich nicht meinen Fehler nennen.

Drum werde ich jetzt Kaffee trinken,
dabei auf meiner Couch versinken
und jedweder Passantin winken -
mit zwei Fingern (denen, die stinken)!*

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*Damit sind natürlich meine beiden Mittelfinger gemeint, die nur noch symbolisch stinken, seit ich das Händewaschen für mich entdeckt habe.

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Es reiste einst ein Elefant
im Zug nach Polen – kurzerhand.
Er verschlang dort (kurz vor Danzig)
eine Erdnuss. (Sie war ranzig.)

Darauf machte viel Unbehagen
sich breit im Elefantenmagen,
ja, schlug sich durch bis ganz zum Ende -
Im Zug zitterten alle Wände!

Der Dickhäuter war gar nicht heiter
und suchte nach dem Zugbegleiter.
Es fand der Elefant Gehör
für sein – nun, Erdnuss-Ranz-Malheur.

“Hast du schlimm Elefantenarsch-Au*,
dann musst du fahr’n im Zug nach Warschau!”
Es wär’ dort in der Innenstadt
ein Arzt, der’s mit dem Inn’ren hatt’.

Dort wär ‘ne Praxis – ungelogen -
von Elefantenproktologen.
Der Reiseriese fuhr also
nach Warschau und ging dort aufs Klo.

Doch blieb ihm noch der Magenkrampf
von dem verdorb’nen Erdnussmampf,
worauf er zu dem Arzt sich wagte
und sein Dickhäuterleid klagte.

Der Mediziner machte Dumbo
‘ne Darmspülung Marke “Jumbo”
und legte dann noch auf den Tisch
‘ne Tüte Erdnüsse – ganz frisch.

So reiste dann – nun wieder heiter -
der Elefant durch Polen weiter.
So halt’ auch du nicht deinen Rüssel
mit Gier in jede Erdnussschüssel!

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*Bitte betonen Sie hier den “-arsch”, weil es zum einen die Metrik rettet und zum anderen der polnische Zugbegleiter nicht so gut Deutsch spricht, als dass er wüsste, dass er elefantöse Hinterteile in solch profaner Verbalisierung besser nicht in die Hand und schon gar nicht in den Mund nähme.

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Würd’ ich als Kastanie leben,
also als ein -nbaum mit Wurzeln,
behängt’ ich mich mit Spinneweben
und ließ im Herbst Kastanien purzeln.

Im Sommer, dann, wenn’s richtig heiß,
hielt mein Schatten frei von Schweiß
all jene, die zu meinen Füßen
sich ihren Tag mit Schlaf versüßen.

Im Lenz lüde* ich Meisen, Pfauen,
ja, Amseln, Drosseln, Finken, Spatzen
ein ins Geäst zum Nester bauen
und hätt’ ein Auge** auf die Katzen.

Selbst beim allerdicksten Regen
tät’ ich mich nicht weit bewegen,
wäre Mensch, Tier und Gewürm
ein Sonnen- wie auch Regenschürm.

Zur Winterzeit, da würd’ ich ruh’n,
in weißem statt in grünem Kleid,
wär’ weit entfernt von hektisch Tun -
mein Chef, der wäre grün vor Neid!

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*Da habe ich mal wieder eine gefunden, eine wundervolle grammatikalische Herausforderung der deutschen Sprache: In den Top Drei waren zudem “lädete” und “löde”.
**Wer jetzt behauptet, Bäume hätten keine Augen, den muss ich fragen: Warum gibt es dann Holzaugen, und meistens wachsame? Na?

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Es dachte einst ein Abenteurer:
“Mein Wein wird jeden Abend teurer!
So kann das echt nicht weiter gehen,
sonst ist mein Ende abzusehen!

Ich höre hier in der Spelunke
ob meiner Zukunft nur Geunke!
Am Automaten, da will ich nicht flippern -
besser mit Piraten die See durchschippern!

Ihr Landratten lernt mich noch kennen!
Ich werde mich jetzt umbenennen!
Von San Juan bis Mexikos Golf
wird man mich fürchten als Rosa Rolf!”

Mit rechtem Getöse und Radau
brach Rosa Rolf auf nach Curaçao
und heuerte sehr bald dort an
bei ‘nem Piraten namens Jan.

Bei Jan jedoch tat es noch hapern -
vor allem mit dem Schiffe kapern -
am besten könnte er laut Fluchen
und nach vergrab’nen Schätzen suchen.

Es wär’ ein solches Abenteuer
zudem noch frei von jeder Steuer!
Er bräuchte trotzdem dann und wann
auf seinem Schiff ‘nen Steuermann.

“Ha! Ich umfahre jede Klippe!”,
rief Rosa Rolf mit dicker Lippe.
Und so schrie Jan: “Genug Blabla,
wir jagen einen Schatz, haha!”

“Suchst du nach ‘nem Schatz mit Karten,
brauchst du auf jeden Fall ‘nen Spaten!”,
brillierte Rosa Rolf vor Jan -
der war davon sehr angetan.

Er hätte auf dem Klo gesessen,
davon gequält, was er vergessen,
jetzt wüsste er auch wieder was.
Piraten, ja, die haben Spaß!

Es sagte Rolf, dass er gern wüsste -
man segelte entlang der Küste -
wessen Schatz sie heuer suchten?
Den von irgendwem verruchten?

Käptn Jan wüsste von nix,
der Eigner hieße wohl Herr X,
das jedenfalls ständ’ auf der Karte
mit dem Hinweis auf’s Verscharrte.

Nach ein wenig Hin und Her
zwischen Inseln und durch’s Meer
kriegte Rosa Rolf Schluckauf*
und lief auf eine Sandbank auf.

Zum Glück für die Piratenschar
war da das Ziel schon ziemlich nah,
Spaten und Karte gut verpackt -
man schwamm den Rest – natürlich nackt.

Am Strande dann ging Käptn Jan
der Crew voraus mit Steuermann,
zielsicher rechts zu Herrn X’ens Höhle -
die Piraten starteten Gegröhle!

Rosa Rolf griff sich den Spaten,
grub nach des Herrn X’ Ersparten,
fand eine Kiste, schwer verdreckt:
Ein Zettel war darin versteckt.

“Sehr geehrter Herr Pirat!”,
stand geschrieben dort, Zitat:
“Gratulation, Schatz ist gefunden.
Du hast dich sicher sehr geschunden!

Doch das Gold, das hier einst war,
hab’ ich verschleudert, wirklich wahr!
‘ne Frau, ein Schiff – leider gesunken -
den Rest hab’ ich mit Rum vertrunken.

Auf dass ich hier weg komm’, malte ich
jene Karte und schickt’ sie an dich.
Jetzt, da du das liest, da zieh’ ich ganz keck
dein Schiff von der Sandbank und segel’ weg!

Ich leg’ mich jetzt schlafen in deiner Kajüte -
bei dir um die Ecke steht meine Hütte,
da wächst so mache Kokosnuss -
anfangs ist das noch ein Genuss!

Das Klima hier ist wirklich toll,
nur die Latrine leider voll.
Ich hoffe, du bist gut zu Fuß!
Tschüß, dein Herr X, mit liebem Gruß.”

Es war’n die Piraten still und stumm -
Herr X verkaufte sie für dumm!
“Der Schatz”, rief Jan, ”der muss hier sein,
ich spüre das im linken Bein!”

Käptn Jan und seine Piraten
suchten noch Jahre mit dem Spaten,
doch einen Schatz fanden sie nie -
am Ende schmerzten nur die Knie.

Bevor sie auf der Insel versauert,
schwammen sie heim (hat lange gedauert).
Rosa Rolf jedoch verschwand,
da er den wahren Schatz erkannt.

Eine Insel, nur für sich -
das war wahrhaft königlich!
Er lebte lange dort, zufrieden -
bis er dann irgendwann verschieden.

Für des Herrn X’ens alte Truhe,
schrieb er zuvor in aller Ruhe
einen zweiten Piratenbrief,
und er vergrub das Ganze tief.

“Von Rosa Rolf (Pirat), P.S.:
Bevor ich dieses hier vergess’ -
Jagst du nach den größten Schätzen,
lerne, was du hast zu schätzen!”

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*Hier bekamen, so wollte es der Zufall, Rosa Rolf zusammen mit der Metrik einen kleinen Anfall von Seekrankheit. Lesen Sie darob bitte “Schluck’auf”, also mit der Betonung auf “auf”. Öff öff.

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Neulich sah ich ‘ne Libelle,
sie war blau und nicht ganz helle,
doch nicht vom Hellen war sie blau -
das kam vom Papa, einem Pfau.

Ihr fragt euch sicher, wie das geht,
Pfau und Libelle, ganz konkret,
und wie das Kind dann heißt – genau,
Pfibelle oder doch Libau?

Jedenfalls flog sie am Teich,
und ihre Birne, die schien weich
ob ihres wirren Zickzackfluges -
ganz sicher dachte sie nichts Kluges.

Doch eins muss ich ihr zugestehen:
Wird ein Mensch so blau gesehen
mit eben jenem Zickzackstil -
so wirkt das weniger grazil.

Die Libelle kann auch blau noch jagen,
füllt mit und beim Fliegen ihren Magen*,
obwohl sie ziemlich sicher nicht
das Biest erlegt, das mich dann sticht.

Da ich glaubte, sie sei dumm,
nahm ich ihr das auch nicht krumm.
Doch war auch ihr IQ bescheiden,
tat ich sie trotzdem arg beneiden.

Blau schillernd mit vier Flügeln fliegen,
im Sonnenschein auf Schilfblatt liegen,
gerade so, wie’s mir gefällt:
Was gäb es Schön’res auf der Welt?

So saß ich da und sagte “Ciao!”
der Pfibelle, dem Libau
und träumte in die Nacht hinein
von Schilfblatt, Blau und Sonnenschein.

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*Das Metrikzickzack ist eine Metapher für den Libellenflug und volle Absicht.

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Zählt und kostet nix.