Archiv für die “Scheibster schillert”-Schublade

Mannomann.

Letzten Donnerstag schalte ich meinen Rechner ein*. Der hat aber keinen Bock und schaltet sich nach zwei Sekunden wieder aus. Auch beim vierten Versuch. Die Sau, denke ich mir. Also wuchte ich ihn aus dem Stellplatz im Raketenwissenschaftlerfreundinnenschreibtisch, um sicher zu stellen, dass nicht das recht neue, qualitativ hochwertige Netzteil Ursache der Arbeitsverweigerung ist.

Ist es nicht. Nichts riecht verkokelt, aber der CPU-Lüfter hängt auf halb acht. Braver Rechner, denke ich, einfach so nach zwei Sekunden auszuschalten, auch beim vierten Versuch. Blöder Lüfter, denke ich, und blöde Mutter aller Boards, denn die Plastikvorrichtung, die die Lüfterhalteklammern halten soll, hat alle Nasen auf einer Seite verloren. Die Mutter der Mutter aller Boards schreibt mir auf meine Ersatzteilanfrage, ich solle mir doch einen Lüfter kaufen, der eine eigene Halterung mitbringt. Danke.

Kaufe ich dann auch. Einen Lüfter, der fast das gesamte Bigtowergehäuse ausfüllt, mit Sensenlogo drauf und aus rasierklingenartigen Blechteilen gebaut, etwa eine halbe Tonne schwer und darob nur an der Boardmama verschraubbar. Besser gesagt: Unterhalb der Boardmama. Und ja, das heißt: Alles muss raus! Nach viel Freude, Axtmordgedanken und einen halben Liter Blutverlust später weiß ich dann auch, warum in der Sensenlüfterbescheibung steht, das Teil sei scharfkantig und man solle beim Verbauen besser Handschuhe anziehen. Handschuhe? Pah! Wofür gibt’s Hansaplast? Und das habe ich auch nur benutzt, damit die Blutströme keinen Kurzschluss verursachen.

Kurzum: Nach tagelangem Kampf und einem unnötigen und vor allem hartnäckigen Chassis Intrusion Error und erfolgreichem Zerlegen und Zusammensetzen meines Rechners läuft er wieder. Das kann fast so viele Hormone ausschütten wie wilder, hemmungsloser Sex, funktionert so aber nur bei Nerds und Raketenwissenschaftlern. Und ich kann wieder schreiben! Heissa!

Für alle, die sich durch die Nerdsprechpassagen gekämpft und wenig bis nichts verstanden haben, schließe ich mit den folgenden Zeilen:

Der Pfau
ist blau,
der Hund
macht wau
mi’m Mund.

Geschlossen wird auch mit dem Versprechen, weiter Worte zu verdichten. Ich habe ja noch einen kleinen Vorrat.

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*Ja, da kommt noch was. Technisch weniger Versiert- und Interessierte dürfen gerne bis zum Ende vorscrollen.

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Ich habe es so gewollt, und Murmeltier Phil hat zugeschlagen, als Erster vor und neben einigen anderen. Und das alles nur, weil er in Afrika einen eigenen Stamm gründen will, wenn ich das richtig verstanden habe. So kommt es denn eher vom Schwarzen Kontinent denn von ungefähr, was Phil sich wünscht: Malariaprophylaxe, Klappspaten, Pickup, Okavango und Gin Tonic sollen’s sein. Na denne.

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Ein Jäger stellte demletzt fest
(er war beim Revier durchstreifen):
Verkehr im Wald sei eine Pest
und er brauche Zebrastreifen!

Jogger, Rehe, Keiler, Hasen,
die täten wild und neuerdings
einfach durch die Wälder rasen
und kännten* nicht mal rechts vor links.

Der Jäger packte also schlau
in seinen Koffer sein Gewehr,
auch die Maria (seine Frau),
ja, völlig ohne Gegenwehr.

Auf seinen Pickup legt er schnell
das Gepäck mit Frau und Flinte,
tankt noch den Wagen voll bei Shell
und sich selbst in einer Pinte.

Nach elf Gin Tonic, wunderbar,
geht der Jägersmann auf Achse.
Der Alkohol dient, sonnenklar,
der Malariaprophylaxe.**

So wankt er schnurstracks aus der Pinte,
und erschreckt arg, als er sieht:
Da steht Maria mit der Flinte,
die böse das Gesicht verzieht.***

Der Jägersmann war schwer besoffen,
doch  Maria, die er hart
per Klappspaten am Kopf getroffen,
war nun wach und voll in Fahrt.

Er wolle doch nach Afrika,
in Deutsch-Südwest die Zebras jagen,
mit Halali und viel Trara
und mit Maria und dem Wagen.

Die Zebrastreifen könnt’ er nutzen,
für den Verkehr in seinem Wald,
für Jogger, Hirsche, wilde Wutzen:
Dann würde alles besser, bald!

In Marias Augen war ein Anflug
von Verständnis und sie zog
‘ne Braue hoch und dann den Abzug:
Waidmanns Heil, der Jäger flog!

Gewiss, er flog nicht wirklich weit
und böse blutend weg nach hinten,
doch dachte er den Rest der Zeit
an Zebras, Jogger und an Flinten.

Und Maria, die flog auch, jedoch
lebend und nach Afrika,
vergaß den Jäger mit dem Schussloch
und lebte fröhlich immerdar.

Auf ihrer aller Rettung Feier
(und geseh’n am Okavango),
da tanzten hundert Zebras heuer
mitsamt ihrer Streifen Tango.

Die Moral aus diesem Vorfall
ist sehr einfach zu efassen:
Hast du ‘nen Jagdschein und ‘nen Knall,
solltest du das Jagen lassen!

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*Ja, staunen Sie nur über die wilden, unerforschten Formen deutscher Grammatik! Ein “würden … kennen” wäre mir sicherer gewesen, hätte sich aber nicht gereimt und einen inakzeptablen Metrikunfall verursacht.

**Nichts gegen Vorsorge, doch lesen Sie hier bitteschön “Malar-j-aprophylaxe” statt “Malar-i-aprophylaxe”. Falls Ihnen das schwerfällt, so denken Sie einfach an “Biene Maja-Prohylaxe”. Das klingt zwar absurd, aber es hilft.

***Maria, nicht die Flinte.

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Erst kürzlich, ich denk’, so halb vier,
da schellte es an meiner Tür.
Ich ging zunächst ans Telefon,
denn wer, ja wer besucht mich schon?

Es war natürlich niemand dran.
Ich legte wieder auf, um dann
mich auf meine Couch zu kringeln:
Da tat es schon wieder klingeln!

Ich öffnete die Tür geschwind,
da stand sie vor mir, fast ein Kind,
vom vielen Schellen rot die Hand:
Sie sei vom Wohlfahrtshilfsverband.

Sie sei hier wegen der Armen.
Ich fragt’ sie nach ihrem Namen,
“Gretchen”, tat sie darauf sagen,
und sie tät’ mich gern was fragen.

Ich fragte sie, mehr nebenbei,
ob das ‘ne Gretchenfrage sei,
was sie ganz offen nicht verstand:
Sie sei vom Wohlfahrtshilfsverband.

Da fragte mich die nicht so Alte,
wie ich’s mit Religion denn halte.
Wenn sie in meine Augen schaue,
dann glaube sie, nicht so genaue.

Ich fühlte mich gekränkt, als Mann.
Das ginge sie ‘nen Scheißdreck an!
Sie ging auf in Schamesröte,
ich warf hinterher: “Wie Goethe!”

Was hätt’ sie dem denn zu verdanken,
so wies sie mich in meine Schranken.
Sie: “Vier Fäuste für ein Hallelujah?”
Ich: “Zwei Fäuste für das zwölfte Schuljahr!

Das mit dem Geist, der stets verneint,
und das mit Recht, bis einer weint!”
Daraufhin das kleine Luder:
Doktor Eisenfaust sein Bruder?”

Ich faselte in Eigenart
noch was von Doktor Eisenbart,
bis schließlich denn auch ich verstand:
Sie war vom Wohlfahrtshilfsverband.

Sie spürte ihre große Chance*,
verkaufte mir Abonnements**
von jeder Zeitschrift, die sie hatte,
denn Goethe war ihr ziemlich Latte.

Habe nun, ach! “Stern” und “Für Sie”,
“Brigitte” und “Time Magazine”,
Und leider auch die “Vanity
Fair” durchaus studiert, mit heiß’ Bemühn.

Da steh’ ich nun, ich armer Held,
und Gretchen, das hat all mein Geld!
Und tut’ mich auch wer enervieren,
werd’ Goethe ich nie mehr zitieren.

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*Ganz wichtig: Bitte lesen Sie “Schongs”, nicht “Schongse”, es sei denn, Sie lesen statt “Abonnemongs” auch “Abonnemongse”.

**Siehe *, nur umgekehrt.

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Nach diesem Wochenende dürfen wir träumen. Wir Gefahrensucher dürfen davon träumen, bald in ein spanisches Restaurant in Amsterdam gehen zu dürfen, um dort ein argentinisches Filetsteak zu bestellen, und zwar englisch, bitte. Daumen drücken!

Am Mittwoch heißt es, einerlei,
ob Müller spielt oder Cacau,
ob wir in Rot spiel’n oder Blau,
bei Spanien – Deutschland null zu drei!

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Nach langer Zeit traue ich mich wieder, mir fünf Worte geben zu lassen und sie lyrisch zu verwursten. Der gute Medizinalrat Pé erarbeitete sich das Recht, die Vorgaben zu machen, die da lauten: Gesprächsbereitschaft, AchtungserfolgFußpilzbefallsdiagnose, Mensch und Dosenwurst. Ich mag es, dass er meinen eingerosteten Dichterhirnwindungen so viel zutraut.

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Ein Mensch* besuchte jüngst ‘nen Arzt
(tat ihn auch sehr höflich grüßen).
Er klagte, er sei schwer verwarzt
hinterm Ohr und an den Füßen.

So arg entstellt sei’s ihm verwehrt,
jene Damen zu betören,
die er seit kurzer Zeit begehrt:
Das tät’ ihn ganz furchtbar stören.

Dies alles schmerzte ihn gar sehr
und raubte seine ganze Kraft.
Die Damen hätten, nebenher,
nicht einmal Gesprächsbereitschaft.

Der Mensch, “Beff” übrigens hieß er,
begann laut und viel zu fluchen
und zu toben, doch dann ließ er
sich vom Doktor untersuchen.

Der Medicus sagte gescheit:
“Versuchen Sie’s mit Dosenwurst!
Die macht der holden Weiblichkeit**
viel besser noch als Rosen Durst!

Bestellen Sie ‘nen teuren Wein,
und wedeln Sie mit Ihrem Geld!
Ruckizucki hat für Sie ein
Achtungserfolg sich eingestellt!”

Dosenwurst äße er täglich,
die machte schön und intellent
(und die Blähungen erträglich),
ja, Dosenwurst verlieh’ Talent!

Der Arzt stellte zu guter Letzt
Fußpilz Beff als Diagnose,
darauf der Mensch völlig entsetzt:
Fußpilzbefallsdiagnose?”***

Schwer geknickt ging Beff nach Hause,
und der Arzt in seine Küche
(holte dort sich eine Brause
gegen Herrn Beffs Fußgerüche).

All so ist es oft im Leben:
Es geht oft runter, selten rauf,
denkst, es könnt’ nix Schlimm’res geben,
gibt’s noch ‘nen Fußpilz obendrauf!

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*Eugen Roth, so er noch lebte, möge mir diese Eröffnung als Hommage an sein Lebenswerk auslegen.

**Die Macht der holden Weiblichkeit ist hierbei unbestritten, aber nicht Thema dieses Werkes.

***Lesen Sie bitte “Fuß-pilz-beeh-falls-di-a-gno-se”! Das hört sich einfach besser an. Danke, auch im Namen der Metrik.

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Zählt und kostet nix.