Archiv für die “Scheibsters Shorties”-Schublade


“Hey, schöner Mann, wie heißt du?” hauchte Pussycat Molly mit dazugehörigem Schmollmund und laszivem Blick von hinter der Theke.

“Elephant Jack, Ma’am”, sagte Elephant Jack von vor der Theke und zwinkerte Pussycat Molly verschwörerisch zu.

“Hast du denn auch ein Gemächt wie ein Elefant?” fragte Pussycat Molly mit gespielt kindlicher Neugier.

Eigentlich hieß Elephant Jack Elephant Jack, weil er das Gedächtnis eines Elefanten hatte. Aber er erinnerte sich noch an die Worte seines alten Freundes Jingle Joey, wonach Pussycat Molly nie gut in Biologie gewesen war und deswegen wahrscheinlich gar nicht genau über die Ausstattung eines Elefanten Bescheid wissen konnte.

“Wie ein Elefant. Wollen Sie es sehen, Ma’am?” bot Elephant Jack an und verschwand kurz darauf mit der Bardame auf der Herrentoilette, um dort unter anderem perfekt das Geräusch eines brünftigen afrikanischen Elefantenbullen zu imitieren.

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“Und, hattest du wieder einen deiner schrägen Träume letzte Nacht, mit Jopi Heesters?” fragte mein Kumpel Florian.

“Nun, ja und nein”, sagte ich mit leicht peinlich berührtem Gesichtsausdruck. “Ich war wieder in dieser Cocktailbar, und stell’ dir vor, dieses Mal hatte ich meine Schuhe an. Offenbar hatte es geholfen, meine Filzpantoffeln anzubehalten, als ich ins Bett ging.”

“Ha!” sagte Florian und grinste breit. “Dann hatte Jopi keinen Grund mehr zu lachen.”

“Jopi hat auch nicht gelacht. Er hat nicht mal das Gesicht verzogen. Das lag aber vor allem daran, dass er dieses Mal gar nicht da war”, sagte ich niedergeschlagen. “Dafür saß Simone Rethel an der Theke und erzählte mir, sie wolle sich das nächste Mal einen reiferen Kerl suchen, der sich nicht bei nächster Gelegenheit Cosma Shiva Hagen um den Hals wirft, oder irgendeiner Bärbel.”

“Ich kannte auch mal eine Bärbel, aber die war dicker”, sagte Florian.

“Die kannte ich auch”, rief ich voller Freude. “Die mochte meine Schuhe immer sehr, aber irgendwann haben wir uns aus den Augen verloren.”

“Wahrscheinlich hat Jopi den Weg in die Cocktailbar einfach nicht mehr gefunden. Er sieht ja nicht mehr so gut”, erwiderte Florian.

Ich nickte zustimmend und betrachtete den Rest des Abends meine Schuhe, die ich auch sehr mochte, und dachte an Bärbel, und was sie wohl gerade machte.

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“Ich habe schon wieder so einen Traum gehabt letzte Nacht, mit Jopi Heesters.”

Mein Kumpel Florian schaute mich ungläubig an. “Und, hatte er dieses Mal Schuhe an?” fragte er.

“Ich glaube schon”, sagte ich. “Wir waren wieder in der gleichen Cocktailbar. Ich wollte von ihm wissen, wie es mit Cosma läuft, und ob er sie in fünfundzwanzig Jahren dann auch verlassen wolle, wenn sie ihm zu alt sei.”

Florian nippte an seinem Bier. “Und, was hat er gesagt?”

“Er hat gelacht, und zwar ziemlich lange. Dann hat er etwas gesagt, aber ich habe ihn nicht verstanden”, erwiderte ich und nahm auch einen Schluck. “Sein Gebiss war ihm beim Lachen ins Glas gefallen. Dann sprang er auf die Theke und sang ‘Liebling, was wird nun aus uns beiden’.”

“Das konnte man doch wohl auch nicht verstehen”, wand Florian ganz richtig ein. “Außerdem hat der Kerl bestimmt kein Wasser getrunken, sondern Schnaps oder so. Der ist nämlich nicht gut für die Gebisshaftcreme.”

“Ich glaube, Jopi hat so gelacht, weil ich wieder keine Schuhe anhatte, er aber schon”, murmelte ich vor mich hin und starrte in die Abendsonne.

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“Ich hatte einen seltsamen Traum letzte Nacht, mit Jopi Heesters“, sagte ich zu meinem Kumpel Florian. “Ich saß mit ihm in einer Cocktailbar. Er trank aber nur Wasser.”

“Das ist aber nicht so seltsam. Vielleicht verträgt er keinen Alkohol?” entgegnete Florian.

“Mag sein. Jedenfalls hatte er keine Schuhe an. Ich aber auch nicht. Und dann sagte er mir, dass er sich von Simone Rethel scheiden lassen wolle, weil sie ihm zu alt sei. Er habe derzeit eine Affäre mit Cosma Shiva Hagen und wolle sie nächstes Jahr heiraten, wenn die Scheidung durch ist.”

“Jopi hat bestimmt nicht gemerkt, dass er keine Schuhe anhatte, weil er nicht mehr so gut sieht”, mutmaßte mein Kumpel Florian, und ich fand seine Erklärung gut.

“Aber warum hatte ich dann auch keine an?” fragte ich und grübelte den Rest des Abends darüber nach, während Florian einen Caipirinha nach dem anderen herunterkippte.

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Mit einem überirdischen Fallrückzieher und einem speichelreich laut gedachten “Bamm!” zirkelte Robert, der heimliche Torschützenkönig der Kreisoberliga, das schwarzweiße Rundleder zwischen die Pfosten. Er landete dabei unsanft auf seinem Rücken, doch der Jubel, der ob seines kühnen Treffers aus den Rängen schallte, entschädigte ihn einfach für alles.

Ein paar wenige Buhrufe waren zu hören, doch die erhobenen Daumen, die einige Feldspieler Robert zeigten, ließen ihn das ignorieren. Und nicht nur das: Robert hätte auch um Haaresbreite seine Auswechslung verpasst.

Mit dem ungläubigen Gesichtsausdruck eines Schornsteinfegers, der gerade ein Nashorn auf einem Fahrrad hatte vorbeifliegen sehen, schlurfte Robert, der heimliche Torschützenkönig der Kreisoberliga, auf seinen Trainer zu.

“Warum wechselst du mich jetzt aus, im Moment meines Triumphes, und lässt den Einbeinigen Florian* spielen?”, fragte Robert empört. “Das war mein dreißigstes Tor diese Saison! Sieh’ nur, wie die Leute jubeln!”

Der Trainer jedoch schickte Robert unbeirrt auf die Bank, nicht ohne kräftig dabei zu fluchen und darauf hinzuweisen, dass es schlecht sei, bei einem Auswärtsspiel von der Mehrzahl der Zuschauer und den gegnerischen Feldspielern applaudiert zu bekommen, und dass dieses dreißigste Tor der Saison gleichzeitig sein verdammtnochmal fünfundzwanzigstes Eigentor gewesen sei, und dass er froh sein könne, dass Johnny Trittfest vom FC Dingsda gekauft worden sei, und die Vollidioten in Roberts Verein das für Johnny geplante Budget lieber in eine Stadionpommesbude und ihn, Robert, den heimlichen Torschützenkönig der Kreisoberliga, investiert hatten.

Robert, der heimliche Torschützenkönig der Kreisoberliga, winkte den Zuschauern auf der Haupttribüne zu und setzte sich traurig auf die Ersatzbank. Während der Einbeinige Florian ein Kopfballtor nach dem anderen schoss, dachte Robert sehnsüchtig an jene glanzvollen Zeiten, als er noch von einer Karriere als Konzertpianist und Mezzosopran an der Wiener Staatsoper träumte.

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* Der Einbeinige Florian hatte zwei bestens funktionierende, gesunde Beine, zog es jedoch vor, sich immer nur auf dem rechten fortzubewegen, und das linke hinter seinem Hintern hochzuhalten. Er verstand das als einen Teil seiner Altersvorsorge, schließlich würde er später ein unbenutztes, nahezu neuwertiges linkes Bein zur Verfügung haben. Und entgegen dessen, was Sie gerade denken, war der Einbeinige Florian durchaus in der Lage, Fußball zu spielen, auch wenn er den Ball am liebsten mit seinem Kopf annahm und oft auf seinen Händen lief.

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Zählt und kostet nix.