Archiv für die “Neulich am Strand”-Schublade

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– Iffe weg, die böfe Aafkrabbe?

– Was zur… Du lebst? Ich dachte, du wärest tot!

– Nee. Iff habe ihn nur reftfeitig gefehen und miff verfteckt. Iff habe Augen, weift du?

– Und du hast einen Sprachfehler, wenn du dich in deinem Seeschneckenhaus versteckst.

– Lieber einen Fpraffehler als tot.

– Aber bist du Hohlschnecke nicht auf meinen Muschelfriedhof gekommen, um zu sterben? Und frisst die Aaskrabbe nicht nur tote Muscheln? Du laberst echt nur Seetang, weißt du das?

– Mir geht’f ganf gut, danke. Iff will in Ruhe fterben, bei meinen Ahnen, Brüdern und Fweftern, Onkelf und Tanten. Nifft im Magen einer böfen Aafkrabbe.

– Ja, genau. Es reicht schon, dass deine komplette Sippe hier herumliegt und mir den Blick aufs Meer verbaut. Glaubst du denn wirklich, die Aaskrabbe hätte etwas wie dich essen wollen? Pah! Miesmuscheln, darauf stehen die, nicht auf dahergekrochene Seeschnecken!

– Tun fie nifft. Fie lieben Feefnecken. Ihr dagegen ftinkt ganf abfeuliff, wenn ihr erft einmal tot feid. Ihr ftinkt ja fon, wenn ihr lebt.

– Tun wir nicht. Du lügst!

– Miefmuffel, Miefmuffel!

– Jetzt reicht’s! Ich werde bald ins Miesmuschelparadies gehen, dorthin, wo das Seegras grün, die Aaskrabben satt und die Seeschnecken stumm sind, und du wirst mich nicht davon abhalten!

– Geh’ nur. Iff rufe dann die nächfte Aafkrabbe.

– Du hast die Aaskrabbe eben hierher geholt?

– Ja. Iff hatte ihr verfprochen, daff ef hier eine leckere Miefmuffel gibt. Hätte nifft gedacht, daff Aafkrabben fo wankelmütif find.

– Da verschlucke ich doch glatt meine Perle!

– Aber mit der wäre iff fon fertif geworden. Mein Bruder Ollie hat einer Aafkrabbe mal einen Arm abgebiffen. Waff vertfiehft du fo dein Gefifft?

– Ich… lasse… mir… einen… Finger… wachsen…

– …um miff wegtfufnippen?

– Darauf… kannst… du… wetten…

– Daf wird intereffant. Laff’ dir nur Tfeit, iff renne nifft weg.

– Das… fürchte… ich… auch…

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– Nun spiel’ Dich hier mal nicht so auf.

– Pah, das ist ja wohl meine Sache, wann ich mich aufspiele und wann nicht. Auf diesem Muschelfriedhof hast du nichts verloren. Was bist du überhaupt?

– Ich bin eine Aaskrabbe.

– Du lügst. Die gibt es doch gar nicht.

– Jetzt schon.

– Und was macht man als Aaskrabbe?

– Ich esse tote Muscheln. Sag’ mal, warum liegen hier eigentlich so viele Seeschnecken herum?

– Die, die haben einfach keine Ahnung! Ha! Kommen hierher, um auf meinem Muschelfriedhof zu sterben!

Du isst was?

– Ich esse tote Muscheln. Mach’ dir keine Sorgen, du lebst ja noch. Aber nicht mehr lange, hoffe ich. Der Rest, der hier herumliegt, stinkt ganz abscheulich. Ich mag euch lieber etwas… frischer.

– Nur keine falsche Hoffnung, du Leichenschänder! Ich fühle mich quietschfidel!

– Und was machst du dann hier?

– Ich betreibe Altersvorsorge. Ich denke an meine Zukunft.

– Eine Miesmuschel mit Zukunftsängsten? Das ist nun wirklich lächerlich.

– Aaskrampe.

– Ich hoffe, du hast keine Perle in dir. Onkel Eddie ist an einer erstickt. Unschöne Sache, das.

– Natürlich habe ich eine Perle in mir! Das ist mein verdammtes Lebenswerk! Wat mutt, dat perlmutt, hat meine Mutter immer gesagt.

– Ach, Perlen werden überschätzt. Ein Stück Dreck mit Miesmuschelzahnstein außen herum. Bilde dir nur nichts darauf ein.

– Ich mag dich nicht.

– Wir werden uns noch näher kommen, vertraue mir. Wie lange ist dein Kumpel da neben dir schon hinüber?

– Das ist nicht mein Kumpel, das ist eine blöde Seeschnecke. Gerade eben, glaube ich.

– Was dagegen, wenn ich deinen Kumpel verspeise, um die Wartezeit bis zu deinem Tod zu überbrücken?

– Du bist ganz schön pietätlos.

– Ich habe Frau und Kinder. Glaube mir, da muss man über Leichen gehen.

– Geh weg, oder ich spucke dir meine Perle an den Schädel.

– Du hast doch gar keine Lippen.

– Ich nicht.

– Ja?

– Aber das Touri-Kind, das gerade seine Hände nach dir ausstreckt. Hey, schrei nicht so, dass hier ist ein Muschelfriedhof!

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Die gute Frau Mephistascripts meinte kürzlich nicht ganz zu Unrecht, dass ein Muschelfriedhof eine tolle Inspiration sei. Sie hat es nicht anders gewollt.

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– Was machst du denn hier?

– Ich sterbe.

– Du kannst hier nicht sterben. Verpiss dich.

– Warum? Das hier ist doch ein Muschelfriedhof, oder nicht?

– Du hast es erfasst. Ganz genau. Ein Muschelfriedhof.

– Ja, na also. Und warum darf ich hier nicht sterben?

– Du bist eine Seeschnecke, keine Muschel. Und ich will nicht neben einer bescheuerten Seeschnecke sterben, capiche?

– Aber wir sind doch verwandt! Du bist eine ganz schöne Miesmuschel, weißt du das?

– Von mir aus. Und bevor du es sagst: Den Friedhof der…

– …Muscheltiere?

– …hat schon jemand erfunden. Also, halt’ die Klappe und geh’ woanders sterben.

– Bis ich woanders ankomme, bin ich tot. Außerdem liegen hier ganz viele tote Seeschnecken.

– Ja, weil die alle so blöde waren wie du. Darf ich jetzt vielleicht einen miesmuschelwürdigen Tod sterben? Hallo? Hey, ich rede mit dir!

Verdammt. Wenn ich wenigstens einen Finger hätte, könnte ich das Ding wegschnippen. He, du da hinten, zieh’ Leine, das hier ist ein Muschelfriedhof!

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Zählt und kostet nix.