Archiv für die “Scheibster schimpft”-Schublade

Es scheint, als würde eine sehr leidige, nervenaufreibende Episode in meinem Leben sich ihrem Ende neigen.

Mein alter Vermieter ist einer der wenigen Menschen, die mir nicht im Dunklen begegnen sollten. Er brachte es nicht nur auf Platz Eins der Leute, denen ich alles Schlechte dieser Welt wünsche, er hat sich sogar seine eigene Schublade in diesem Blog verdient.

Falls jemand glaubt, der altersstarrsinnige Sturkopf sei verstorben, so irrt er sich. Nein, noch im Mai schickte er mir die Nebenkostenabrechnung. Und nun, nachdem ich die offenbar berechtigte Nachzahlung pünktlich und vollständig geleistet habe,* flattert mir mit einem sehr kurzen Kurzbegleitschreiben das Original der Mietbürgschaft in meinen Briefkasten.

Wow.

Es scheint, dass er entweder vergessen hat, dass die Inanspruchnahme der Bürgschaft für seine unverschämten Forderungen wegen meiner Einrede noch nicht ausbezahlt worden ist, oder dass er schlicht und einfach resigniert hat. Erstere Möglichkeit halte ich für unwahrscheinlich, da Geld vermutlich das Letzte sein wird, an das er in seinem Leben noch wird denken können. Seine Frau vergisst er sicher noch vorher.

Im Umkehrschluss heißt das, dass ich ihn tatsächlich zermürben konnte und die Gerechtigkeit schlussendlich einen Sieg feiern kann. Und so wahr ich Raketenwissenschaftler bin, das wird gefeiert werden! Und zwar am besten mit den 374,19 EUR, die er eben nicht von mir einsacken konnte.

Zur Einstimmung fehlt nur noch das passende Siegerlied. Bittesehr.


“I’ve paid my dues…”
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*…wie ich auch jede andere berechtigte Forderung von ihm stets pünktlich beglich.

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“This boy is our last hope.” – “No. There is another.”

Bösartigkeit ist schlecht für alte Männer, heißt es. Das gibt mir Hoffnung für meinen alten Vermieter. Auf der anderen Seite müsste er eigentlich schon lange seiner Bösartigkeit erlegen sein, wenn das wirklich wahr ist.

Also, genießt die Sonne und seid lieb!

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Es gibt Menschen, die gibt es gar nicht.

Jedenfalls dachte ich das bis vor kurzem. Einige von euch werden es erraten: Mein alter Vermieter hat sich noch einmal gerührt. In einem letzten Akt der Verzweiflung möchte er nun die Mietbürgschaft in Anspruch nehmen, die er einst von mir bekam und an die er sich auch bis Anfang 2007 klammern wird. Die verspätete Übergabe stellt er mir nun in Rechnung, und den Austausch des Waschbeckens im Bad.

Blöde nur, dass die Verantwortung für die verspätete Übergabe nicht geklärt ist, und das Waschbecken (korrekterweise) im Übergabeprotokoll nicht beanstandet worden ist.

Und noch viel blöder, dass ich bei der Bürgschaft das Recht der Einrede habe. Sprich: Wenn ich nicht zustimme, bekommt er keinen Cent ausgezahlt. Gut so. An mir wird er sich nicht mehr bereichern.

Das Schönste in seinem an die Bank gerichteten Schreiben ist jedoch die abschließende Passage, in der er sich an die Personalabteilung meines Raketenlabors* richtet. Alleine dafür hat er sich den “Triple A (AAA) – Award”** mehr als verdient. Er sei ihm hiermit verliehen. Und zwar mit Pauken, Trompeten, Ritterkreuz, Eichenlaub und Schwertern. Und Brillianten. Und Haarissen im Waschbecken, Flecken auf dem Teppich, und einem nicht ausreichend geputzten Kellerraum. Und meinem allergrößten Vergnügen.

Aber lest selbst.

Briefe, die die Welt nicht braucht

Mir bleibt damit nur die Hoffnung, dass der arme alte Abteilungspräsident a.D. bei der Nachricht, dass die Bank ihm kein Geld auszahlen wird, keinen Herzinfarkt erleidet. Oder zwei. Oder gar drei.

Nein, schön wäre das nicht.

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*Dieses Raketenlabor hat in meinem Falle ausnahmsweise auch eine Bankbürgschaft ausgestellt. Sehr nett, wie ich finde.
** Aufgeblasenes, altersstarrsinniges Ach-ihr-wisst-schon.


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Der Leif hatte es bereits angesprochen. Ich hatte es bei den unten stehenden Fragenkatalogen angeschnitten. Mein alter Vermieter macht Ärger. Nicht den üblichen. Nein, in seinem altersgetrübten Verstand scheint sich der Mann als höheres Wesen zu betrachten. Nun, immerhin besteht er auch darauf, dass in seinem Telefonbucheintrag ein “Abt.Präs. a.D.” erscheint. Wow, meine Knie zittern in Ehrfurcht.

Und so katapultiert er sich mit seinem schier unglaublichen Verhalten auf Platz 1 der Liste der Leute, die ich nicht ausstehen kann. Eigentlich bräuchte er eine ganz eigene Liste. Die “Liste der uneinsichtigsten, abscheulichsten Menschen, denen ich von ganzem Herzen alles Schlechte dieser Welt wünsche”. Oder so.

Einen abgenutzten und leicht bis mittelschwer versifften Teppich zu vermieten ist eine Sache. Ihn zu mieten war meine Sache. Dann aber trotz Übergabeprotokoll zu behaupten, Flecken A und B seien neu und von mir verursacht, und ich müsse für den Schaden aufkommen, ist eine andere Sache. Zum Glück ist der Rechtsanwalt, den ich daraufhin konsultierte, anderer Meinung.

Nachdem ich meinen alten Vermieter auf das Alter des Teppichs (mindestens 12 Jahre, Lebensdauer lt. aktuellem Gerichtsurteil 10 Jahre) hingewiesen hatte, bestand er beim letzten versehentlichen Zusammentreffen immer noch darauf, dass ich den Teppich fachgerecht reinigen zu lassen hätte. Ist ja auch klar. Ich verleihe auch Sachen und verlange sie gereinigt zurück, wenn ich sie danach wegwerfen möchte.

Ich als Banker – Verzeihung, als Raketenwissenschaftler – hätte es ja gar nicht nötig, mich so zu verhalten, und darauf zu bestehen, dass die Flecken nicht von mir seien. Überhaupt sei er ja eigentlich großzügig, aber wenn ich ihm so käme (in Anlehnung an das in einer bösen Vorahnung ausführlich angefertigte Übergabeprotokoll), dann wäre er auch genau. Als ob er das nicht auch so gewesen wäre.

Im Waschbecken des Bades sei eine neue Absprengung mit Riss, die es austauschbedürftig mache. Die Hälfte wolle er mir in Rechnung stellen. Im Übergabeprotokoll sind nur zwei der drei Absprengungen vermerkt. Schön, dass er sich eine aussuchen darf. Und der Haarriss (!) wird dem Waschbecken vor seinem natürlichen Ende sicher nicht den Garaus machen, abgesehen davon, dass mir nie etwas ins Waschbecken gedonnert ist, dass diesen “Schaden” hätte verursachen können.

Und der Boden im Keller, da reiche es nicht, wenn man ihn aussfege. Nein, der müsse nass ausgewischt werden! “Eine Schweinerei, das sag’ ich Ihnen.” Ja, das bisschen Staub gepaart mit den toten Spinnen und Kellerasseln, die sich in einem Kellerraum ansammeln, der selten bis nie betreten wird, können schon sehr böse aussehen.

Seinen Tiraden setzte er gegen Ende des letzten Zusammentreffens noch die Krone auf: Wenn ich mich weiter querstellte, würde er Beschwerde bei meinem Arbeitgeber einreichen und dafür sorgen, dass meine Karriere einen empfindlichen Knick erleidet.

Ich habe mich zu all dem dann schriftlich geäußert, da Zuhören für diesen Mann etwas ist, das anderen passiert. Genau wie Einsicht. Was soll’s, wenn die nicht kommt, schreibt mein Anwalt den nächsten Brief.

Trotzdem, all den Ärger braucht kein Mensch. Und die Zeit meines Lebens, die dieser Mann mich gekostet hat, kann ich leider nicht von ihm einklagen.

Nachtrag: Meinen Makler hat der gute Mann heute am Telefon auch angeblökt und ihm vorgeworfen, mit mir unter einer Decke zu stecken. Mein Makler fragte mich daraufhin zu Recht, ob der Mensch noch ganz bei Verstand sei…

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Zählt und kostet nix.