Beiträge zu “Fasching”

Im Gegensatz zu letztem Jahr habe ich dieses Jahr mitgedacht. Jawoll. Weil heute Weiberfastnacht war, habe ich ein Krawattenmodell aus den Tiefen meines Raumanzugspindes geholt, dass ich wegen des toten Winkels unterhalb meines Kinns glücklicherweise (und ganz im Gegensatz zu meinen Raketenwissenschaftlerkollegen) nicht den ganzen Tag im Blickfeld hatte. “Augenkrebs Alaaf” hätte ich gerne gerufen und dabei ein paar Bonbons – Verzeihung – Kamelle in die Runde geworfen, aber ich konnte mich gerade noch so zurückhalten.*

Und es kam, wie es kommen musste: Genau die Raketenwissenschaftlerkollegin, von der ich glaubte, dass sie Jagd auf die Raketenwissenschaftlerkrawatten machen würde, erlegte die optische Frechheit, die ich mir um meinen Hals geschnürt hatte. Beim Anblick der von hinter meinem Rücken wie aus dem Nichts auftauchenden Schere glaubte ich zunächst noch an einen heimtückischen Mordversuch, ergab mich jedoch nach kurzer Gegenwehr meinem Schicksal.

Noch im Schockzustand: Raketenlabor, 18 Uhr 15. Die Frisur hält, die Krawatte nicht.

Mein Raketenwissenschaftlerkollege Dr. Edelstein hat es ein wenig schlauer gemacht: Zum einen hatte er schon mal gar keine Krawatte angezogen und sich zudem kurz nach der Mittagspause mit einem leidenschaftlichen “Wer ist eigentlich dieser Köln?” Richtung Düsseldorf verzogen, um dort zünftig Weiberkarneval zu feiern.

Auf dieses Ereignis muss er sich schon seit einigen Tagen mental vorbereitet haben. Ansonsten hätte er auch nicht mit seinem messerscharfen Verstand unten gezeigtes Objekt als Känguruhkrawatte enttarnen können, während jeder andere noch glaubte, es handele sich um eine Zebraserviette.

Und wer dem Dr. Edelstein jetzt einfach nur Wortfindungsstörungen unterstellt, ist ein alter Spielverderber.

Jawoll.

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*Ganz richtig, ich bin immer noch Faschingsmuffel. Und Karneval mag ich auch nicht. Dass ich mittlerweile von dem Faschingsverein, für dessen Show- und Männerballett ich Musik schneide und bei deren Programm sogar ich mich köstlich amüsiere, einen Orden bekommen habe, sollte ich meiner Glaubwürdigkeit zuliebe eigentlich verschweigen. Was soll’s.

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Ja, er naht mit großen Schritten, der 11. November. Die fünfte Jahreszeit, vor deren Auswüchsen und vor allem deren Musik ich mich gerne verstecke. Und doch wollte es mein Schicksal, dass ich liebe Menschen kenne, die für eben jene fünfte Jahreszeit mit Leidenschaft choreografisch tätig sind. Menschen, denen ich die Musik zusammenschneide.

Eigentlich braucht es dafür nicht viel für das Musikschneiden. Einen PC, ein bisschen Software. Die Musik. Ein paar Ideen, und noch nicht einmal meine, ein gutes Gehör. Oder zwei. Fertig. Oh, und den Rotwein nicht zu vergessen. Der ist wichtig.*

Mittlerweile schneide ich für Showtanz und Männerballett.** Und es macht Spaß. Jehova, Jehova, ihr Karnevalsmuffel, ich habe Spaß bei Karnevalsvorbereitungen. Die Welt ist nicht immer so schwarzweiß, wie wir sie gerne hätten. Zugegeben, der Spaß liegt eher an den Beteiligten und dem Rotwein als an der Karnevalsmusik. Trotzdem.

Neulich äußerte ich einen Entlohnungswunsch. Schmerzensgeld quasi.*** Ein T-Shirt wollte ich, mit einer bestimmten Aufschrift.

Genau mit der, die auf dem T-Shirt war, das ich heute bekommen habe. Und ganz ehrlich: Wie cool ist das denn?


La Schnitte de la Musique, c’est moi.
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*Es macht die Karnevalsmusik erträglicher, wenn denn in den Schnitt unbedingt welche hinein muss. Und es ist eine Publikumssimulation. Man muss sich in die Zuschauer hineinversetzen können. Jawoll.

**Und für einen Kinderhort. Aber das ist eine andere Geschichte.

***Bis auf den Wein ist meine Dienstleistung auch noch gratis. In diesen beiden Fällen zumindest.

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Im November letzten Jahres hatte es mich erwischt, jetzt sollte ich eigentlich erst einmal wieder Ruhe haben.

Die Rede ist von der kleinen Kapelle in meinem Kopf, die hin und wieder mehr oder weniger lustige Karnevalsmelodeien zum besten gibt. Meistens tut sie das auf Stichwort, aber derzeit geht das leider ganz ungefragt.

Mit einem einzigen Lied. Immer wieder.

Sansibar.

Natürlich (und wie kann es anders sein) ist das von den Höhnern, die auch schon mit “Viva Colonia” einen echten Kracher am Start haben, einen, den ich sogar in nur leicht angetrunkenem Zustand mitsinge.*

Aber “Viva Colonia” isses nicht. Nein. Es muss ja unbedingt “Sansibar” sein. Ich muss jedoch einräumen, dass sich meine unterbewussten Karnevalsassimilierungsabwehrmechanismen noch nicht haben unterkriegen lassen:

Statt “Vater Rhein und Mama Afrika” singt die Kapelle stets “Papa Heinz und Tante Erika” beim Refrain.

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*Wobei ich mich frage, ob es für solch delikate Enthüllungen nicht noch ein wenig früh am Tag ist.

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Verflucht.

Heute ist Weiberfastnacht. Oder Weiberfasching. Oder Weiberkarneval. Wie schon erwähnt, die Hessen sind da nicht so differenziert.

Das heißt aber auch, dass heute Krawatten* ein schweres Dasein haben werden, trotz hessischer Namensindifferenz.


Schnipp, schnapp, Krawatte ab (Foto kommt aus der Wikipedia)

Und ich Depp habe heute morgen eben nicht das Weiberfaschingsmodell angezogen, sondern eines, dass den schnellen Scherentod noch nicht erleiden soll. Die Frage, die sich daraus ergibt, ist folgende:

Welcher Schmerz ist schlimmer: Ohne Krawatte als Feigling dazustehen oder den vorzeitigen Verlust einer Seidenkrawatte?

Ich tendiere sehr in Richtung Feigling. Zum Glück sind in meiner Abteilung wenigstens keine Frauen, die mich dafür verspotten könnten.**

Aber Kräppel gibt es heute, weil der Herr Schmidt so nett war, welche mitzubringen. Weil ja Weiberfasching ist.

Deswegen Motto des Tages:

Hast du deine Krawatte um
und siehst Scheren in Frauenhänden,
dann, mein Lieber, sei nicht dumm
und tue schnell zur Flucht dich wenden!

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*Ohne Zweifel eines der unnötigsten Kleidungsstücke, die je erfunden und ihren Weg in den Kleidungskodex gefunden haben.

**Richtig, keine Frauen, nur Männer, sprich: Entspanntes Raketenforschen.

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Gestern war es einmal wieder so weit: Ich holte mir meine alljährliche Dosis Fasching. Oder Karneval. Oder Fastnacht. In Hessen wird da nicht so leidenschaftlich unterschieden.

Jedenfalls das, wo es verkleidete Menschen gibt und vermeintlich zwanghafte Fröhlichkeit. Frohsinn ist zwar Pflicht, weil man sonst auch zu Hause schmollen kann, aber die Schwarze Sieben hat es mir alles andere als schwer gemacht. Mit einem wundervollen, lokal eingefärbten und mit Leidenschaft dargebrachten Programm aus Tanz und Büttenreden haben die Beteiligten die beste Leistung seit Jahren hingelegt.

Ich als alter Karnevalsmuffel habe mich tatsächlich köstlich amüsiert. Und alle anderen auch. Und zwar so sehr, dass am Ende der Sitzung noch Stunden auf Stühlen, Bänken und Tischen getanzt und gefeiert wurde. Ich habe ja Frau K. in Verdacht, einige Leute angestachelt zu haben, mich auf den tollen Musikschnitt des Showballetts anzusprechen, aber sei’s drum. Gefreut hat es mich trotzdem.


Shake it, ladies and gents.

Insofern an dieser Stelle ein dreifach donnerndes “Fribbisch helau”, und das Versprechen, dass ich mich auch dieses Jahr wieder selbstopfernd als Musikschnitte anbieten werde.

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Zählt und kostet nix.