Archiv für die “Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers”-Schublade

“Willkommen zurück…”
So ein Mist. Drei Jahre lang war ich dem Land, wo die Schatten drohen, entflohen. Doch jetzt ist es wieder so weit: Meine Raketenwissenschaftlerabteilung ist endgültig zusammengezogen, und das nicht in Frankfurt, sondern in Eschborn, weil da so viele von unseren Raketenoberwissenschaftlern herumforschen, und die uns gerne um sich haben.
Das schließt leider mich mit ein.
Eschborn, Heimatstadt meines baldigen Ex-Landesvaters Rolle Koch, Stadt der niedrigen Raketensteuer. Deshalb ist auch mein Labor dort vor Ort. Mit einem Raketenwissenschaftlerturm mit dem Flair und der Anmut eines typischen Siebziger Jahre-Betonklotzes, dessen Intérieur depressionsfördernd wirken kann, mit einer nahezu tageslichtfreien Kantine, die Essen serviert, dass in der Vergangenheit immer wieder an Körperverletzung grenzte und einer Anbindung an die unzuverlässigste S-Bahnlinie, die der Rhein-Main-Verkehrsverbund zu bieten hat.

“…in Barad-Dûr!”
Wenigstens die Raketenwissenschaftlerkollegen sind auch hier prima. Zudem wird es bald ein dauerhaftes Wiedersehen geben, und zwar mit Herrn Schmidt, der sich auch schon sehr freut. Sagt er jedenfalls.
Ich habe ihm heute das Versprechen abgerungen, am ersten Tag bei uns seine besondere Krawatte zu tragen. Das wird ein Spaß!
Tags: Barad-Dûr, Eschborn, Gewerbesteuer, Herr Schmidt, Mordor, RMV, Roland Koch
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Die Eine oder der Andere mögen sich fragen, warum es seit so langer Zeit keine Laborberichte mehr gegeben hat. Die Antwort ist relativ einfach.
Ich forsche nämlich seit Monaten an etwas, wovon der gute Darth Vader damals in den Siebzigern nur träumen konnte. Heute endlich, nach wirklich arschlanger Entwicklungsarbeit, war es vollbracht!

Ein gekochtes, gepelltes Ei. Nichts besonderes, mag der Laie denken, doch…
Die Fertigstellung dieses meines Meisterstückes bedeutet für mich einen weiteren Schritt in Richtung Herrschaft über das Universum. Sobald das so weit ist, genehmige ich mir erst einmal 370 Tage Urlaub pro Jahr*.
Tadaaa!

…weit gefehlt, es ist eine verdammt noch eins supertödliche, gigantische Raumgefechtsstation im Westentaschenformat!
Ja, ich habe mich inspirieren lassen, aber mein Todes-Gekochtes-Ei hat gegenüber dem Todesstern einige entscheidende Vorteile: Aufgrund seiner handlichen Größe würde der Millenium Falke und jeder X-Wing-Jäger das Ding im Anflug um Lichtjahre verfehlen, die Herstellung selbst ist völlig unauffällig, und im Ernstfall, also zum Beispiel bei der Entdeckung durch die Rebellion oder meinen Chef Don Molitor, ist es gut verdaulich.
Und wer jetzt behauptet, ich hätte das Todes-Gekochte-Ei bereits gegessen und müsse nun noch einmal von vorne anfangen, der ist ein alter Spielverderber.
Jawoll.
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*Ganz richtig gelesen. 370 Tage. 371 in Schaltjahren. Damit ich immer ein paar mit ins neue Jahr nehmen kann. Man weiß ja nie, was so passiert.
Tags: Don Molitor, Star Wars, Todes-Gekochtes-Ei, Todesstern, Urlaub
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Nicht dass irgendwer denkt, ich sei nicht wohlbehalten zurückgekehrt.
Ich bin zurück in heimatlichen Gefilden, aber eben auch im Raketenlabor, wo mein Chef Don Molitor sich gerade noch so in den wohlverdienten Urlaub schleppen konnte, mein Chef-Chef Big Al sich über das Missverhältnis zwischen dem Umfang der zur Verfügung gestellten Forschungsinfrastruktur und der Anzahl der anwesenden Raketenwissenschaftler beklagt*, während unsere raketenwissenschaftliche Assistentin Anne-K. sich beim Öffnen von Raketentreibstoffbehältern den Daumen abgeschnitten hatte.
Ich hingegen darf Blaupausen erstellen wie ein Weltmeister, zumal wir im nächsten Jahr viele neue Raketen bauen sollen, aber mit weniger Geld als in diesem Jahr. Da an diesem Planungsprozess viele Ober-Raketenwissenschaftler mit einer eigenen Vorstellung der zu erstellenden Raketen, der Priorisierung und der dazu benötigten Kosten beteiligt sind, und diese Vorstellung meist sehr fest in deren Köpfen verankert ist, bedeutet dies eine Menge Spaß in einer Zeit, in der ich mich selbst erst noch im neuen Raketenlabor zurechtfinden muss.
Dies und diverses andere führen letztendlich dazu, dass ich diesen so wundervoll gestalteten Ort eigentlich dicht machen könnte.
Will ich aber nicht. Darum vertröste ich meine treuen Leser und auch alle anderen auf irgendwann, wenn der Wahnsinn sich ein wenig gelegt hat, mit einem Bild aus entspannten kubanischen Tagen mit einem alten Mann und einem Daiquiri.

Lieber sich auf Kuba aalen als in Frankfurt Folien Blaupausen malen.
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*Offenbar bin ich noch nicht dick genug, um für sechs Raketenwissenschaftler auszureichen.
Tags: Arbeit, Big Al, Don Molitor, Kuba, Urlaub, Zeit
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Nur damit ihr es wisst: Ich lebe noch. Die Landung in der Schweinebucht habe ich ohne Schwierigkeiten nachstellen koennen, nur die Fotos musste ich loeschen. Mist. Die ganze Muehe umsonst.
Diese Zeilen schreibe ich aus dem “Business Center” meines Raketenhotels, wo mich die Stunde ganze 8 CUC (ca. 7 Euronen und ebbes) kostet. Es gibt Internet in Kuba, aber die Leitungen scheinen noch aus Gold zu sein. Spanische Tastaturen sind auch nicht so mein Ding.
Die ganze Angelegenheit hier ist etwas muessig bei angezeigten 100 Mbps und gefuelten 56kbps.
Um es kurz zu fassen, denn gleich ist meine Stunde um: Kuba im Allgemeinen und Havanna im Speziellen sind voller faszinierender Gegensaetze. Die ganzen Eindruecke, die ich hier mitnehme, muesste ich eigentlich in zwei weiteren Wochen Forschungspause verarbeiten, nur glaube ich, dass Don Molitor damit nicht einverstanden sein wird, da er mit Sicherheit die Kiste Trinidad Coloniales-Tabakraketen haben will, die er bei mir bestellt hat.
Also bleibt es bei diesem kleinen Vorgeschmack.
¡Hasta la victoria siempre! Oder so. Besser noch: Mojito o Muerte!

Tags: Auto, Don Molitor, Havanna, Kuba, Schweinebucht, Sommer, Trinidad Coloniales, Urlaub
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Erkenntnis 1: Meine Güte, wie schnell vergeht die Zeit!
Erkenntnis 2: Meine Güte, am Samstag muss ich schon lesen.
Erkenntnis 3: Einiges von dem lyrischen Zeugs, dass ich am Samstag verlesen will, ist ein metrischer Alptraum und muss bis dahin dringend überarbeitet werden.
Erkenntnis 4: Ich muss unbedingt noch ein Intro schreiben.
Erkenntnis 5: Wenn man im Halbschlaf den Eindruck hat, man liege in der Form einer stilisierten Schlange aus Gold in seinem Bett und das Gehirn wirft einem den Begriff “Ormeisen” ohne weitere Erklärung hin, weiß man, dass man Fieber hat.
Erkenntnis 6: Wenn man das Raketenlabor gewechselt hat (schon wieder), und dort in elektronischer Post gefragt wird, ob “die Kopierten helfen können”, weiß man, dass alles anders wird.
Tags: Fieber, Hanau, Intro, Lampenfieber, Ormeisen
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