Beiträge zu “Telefon”

Es ist schon wieder so weit. Offenbar gibt es da einen Dreijahresturnus, in dem mein Raketenwissenschaftlervorgesetzter ein Telefon ist. Ich versuche jetzt, das Ganze mit so viel Gelassenheit wie möglich zu verarbeiten.

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Es träumte mir seit Wochen schon,
mein Chef, der sei ein Telefon.
Jetzt steht mein Chef – und das ist dumm –
ganztäglich auf dem Schreibtisch rum.

So steht er da und er fängt Staub,
ich glaube zudem, er ist taub!
Frage ich ihn: “Darf ich geh’n?”,
gibt er sich stumm und er bleibt steh’n.

Am Dienstag bat ich ihn um Geld,
und endlich, da hat er geschellt!
Ich hob ab und hört’ gequält:
“Entschuldigen Sie, falsch verwählt!”

Da wurde mir ganz langsam klar,
dass wohl mein Chef ein and’rer war.
Nun suche ich seit Tagen schon
noch nach dem richt’gen Telefon!


Chef? Bist du’s, Chef?

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Irgendwann musste es ja so kommen. Mein Chef Don Molitor hat gegen die internen Strahlenschutzvorschriften verstoßen und muss seit ein paar Wochen woanders forschen. Naja, eigentlich hat er es provoziert, indem er fünf Nuklearbananen hintereinander aß. Das konnte ja nicht gut gehen.

Deswegen habe ich jetzt keinen Chef mehr und soll meine Raketenforschungsberichte künftig an ein Telefon liefern. Das jedenfalls sagt meine Raktenwissenschaftlerpersonalintranetseite, und die muss es wissen.

Ob diese Information korrekt ist, ist schwer zu sagen. Alle Telefone hier sehen gleich aus. Ich habe schon mehreren Apparaten meine Berichte angeboten, aber die meisten haben einfach geschwiegen. Bis auf einen, der hat geläutet. War aber verwählt.

Dass ich dieses Problem mit Hilfe eines Raketenwissenschaftlerkollegen werde lösen können, bezweifle ich kaum, denn Raketenwissenschaftler sind stets hilfreich und Ihren Aussagen immer kurz und knackig. Das hat mir erst gestern wieder ein elektronischer Briefwechsel bewiesen.

Anfrage von Raketenwissenschaftler A:

“Hallo Herr B,

leider funktioniert mein Raketenforschungssystem-XY2000-Login nicht – können Sie mir weiterhelfen?

[Es folgt ein Screenshot des besagten Problems.]

Mit freundlichen Grüßen,

Raketenwissenschaftler A”

Antwort von Raketenwissenschaftler B:

“nein

Mit freundlichen Grüßen / Kind regards

Raketenwissenschaftler B”

Potzblitz sage ich, hier wird nicht um den heißen Raketenbrei herumgeredet!

Und wer jetzt behauptet, Don Molitor hätte einfach nur so gewechselt und würde gar nicht strahlen wie Hiroshima im August ’45, und die Antwort von Raketenwissenschaftler B sei zwar kurz, aber nicht sehr hilfreich, der ist ein alter Spielverderber.

Jawoll.

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Auch für einen Raketenwissenschaftler ist heutzutage funktionierende Informationstechnologie Grundvoraussetzung dafür, Raketen zu erforschen oder gar zum Fliegen zu bringen.

Da die wissenschaftliche Arbeit sehr hohen Stellenwert genießt, darf die Raketenwissenschaftlerzeit selbstverständlich nicht mit Herumfriemeln am Raketenwissenschaftlerforschungslaptop vergeudet werden. Das machen dann solche, sie sich vermeintlich damit auskennen.

Früher hieß die Firma, an die mein Raketenlabor* die Hard- und Softwareschrauberei ausgelagert hat, anders als heute. Der Name wurde von meinen Raketenwissenschaftlerkollegen auch gerne und liebevoll mit “Service ist nicht unsere Sache”** interpretiert.

Diese Interpretation war wohl in gewissem Maße zutreffend, denn vor nicht allzu langer Zeit wurde eben jene Firma von einer anderen gekauft.*** In diesem Zuge wurde auch der Name geändert: Der neue Euphemismus lautet nun “SupportPlus”, und schon beim Betrachten der Telefon-Hotline-Nummer wird deutlich, wo der geneigte und früher oder später verzweifelte Anrufer landen wird.


IT-Support vom Fürst der Finsternis persönlich.

Dass es beispielsweise nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist,**** neue Software mit Hilfe eines von der Intranetseite des IT-Supports heruntergeladenen, ausgedruckten, ausgefüllten, doppelt unterschriebenen und einfach legalisierten und anschließend an den IT-Support per Post (!) versandten Antragsformular an die endanwendenden Raketenwissenschaftler zuzuweisen, ist eben jenen spätestens beim zweiten Male gleich, vorausgesetzt, es funktioniert wenigstens irgendwann und irgendwie.

Ich muss aber anerkennen, dass die Erfahrungen mit “SupportPlus” überaus förderlich für Demut und Bescheidenheit sind: Werte, die meines Erachtens in der schnelllebigen und profitorientierten Gesellschaft der Gegenwart einen viel zu stiefmütterlich behandelten Stellenwert eingenommen haben.

Und wer jetzt glaubt, dass ich unbedingt Administratorrechte auf meinem Raketenwissenschaftlerforschungslaptop haben möchte, der hat Recht. Und zwar ganz schön dolle.

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*Oder wenigstens eine Hälfte meines Raketenlabors.

**Wer damit nichts anfangen kann, schätze sich glücklich. Ehrlich.

***Und die Götter alleine wissen, warum eine andere Firma das hätte tun wollen. Ganz ehrlich. Nun, vielleicht wegen der offenbar höchst gleichmütigen Kunden.

****Seit Jahren eigentlich schon nicht mehr, jedenfalls in einem Raketenlabor von der Größe dessen, in dem ich werktäglich forsche.

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Eben rief mich ein Telefon-Bot an, nannte sich Sven Görmann, sagte, er hätte meine Nummer von einer Bekannten, deren Name er nicht verraten wolle und fragte mich, ob wir uns dieses oder nächstes Wochenende unverbindlich treffen könnten.

Als ich zögerte, legte der doofe Bot einfach auf.

Ich will nach Hause.

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Es ist an der Zeit für das, was Herr Wolf gerne Verbraucherberatung nennt.

Toll ist, dass man bei aktuellen Nokia-Mobiltelefonen selbstständig die Firmware updaten kann. Das hält das gute Stück immer auf dem vermeintlich höchsten Stand der Technik bzw. seiner Möglichkeiten.

Toll ist auch, dass Nokia darauf hinweist, dass beim Update alle Nutzerdaten (inkl. Adressbuch) vom Telefon gelöscht werden. Vor dem Update gilt es also, zunächst alle Daten zu sichern.

Nicht toll ist, dass beim Backup der Telefondaten unter Umständen Kalender und Adressbuch nicht gesichert werden und man deswegen immer das Protokoll des Backup-Verlaufs lesen sollte.

Auch nicht toll ist, dass genau diese Stolperfalle nicht großen blinkenden Lettern bei den Backupanweisungen steht, und man es – wie in meinem Falle – erst merkt, wenn es zu spät ist.

Gar nicht toll ist die Erkenntnis, dass gerade rund zweihundert Kontakte mit je ein bis vier Telefonnummern die ewigen virtuellen Jagdgründe besucht haben und man damit de facto telefonisch einseitig von der Außenwelt abgeschnitten ist.*

Toll ist, wenn man ein wenige Monate altes Backup-File auf seinem Rechner findet, in dem wenigstens die meisten der verlorenen Kontakte enthalten sind. Halleluja.

Lasst es euch eine Lehre sein: Schludriges Sichern eurer wichtigsten Daten ist wie Rudelpimpern in Afrika ohne Gummi!

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* Die Gefühlsachterbahn in einem solchen Moment ist schwer zu beschreiben und nur ansatzweise mit einem “format c:” ohne Sicherung des E-Mailadressbuches zu vergleichen.

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Zählt und kostet nix.