Heut’ morgen stellt’ ich mir die Frage* -
ich weiß noch gar nicht, wie ich’s sage -
oder vielmehr, wie ich’s schreibe
und nicht zu arg übertreibe.

Heute morgen, jedenfalls -
hat ein Tunnel einen Hals,
oder ist’s ein Tunnelarm,
langgezogen wie ein Darm?

Wo fängt er an, wo hört er auf?
Von wo nach wo ist sein Verlauf?
Ist nicht sein Eingang auch sein Ende?
Was ist, wenn ich im Tunnel wende?

Von vorne rein und hinten raus -
wie einfach ist das doch im Haus!
Sind Fenster hier nicht angebracht,
ist dort es wie im Tunnel Nacht.

Erblicke ich im Tunnel Licht,
so ist’s das Ende. Oder nicht?
Ich habe das bereits gefragt -
der Tunnel hat mir nichts gesagt.

Und bliebe was im Tunnel stecken -
ein Laster an den Tunnelecken -
wär’s sein Hals, der ihn dann schmerzte
oder doch seine Poperze?

Ob Gotthard, Ärmelkanal,
Brenner oder auch Karpal,
durch den Berg und unterm Meer -
Tunnel sein ist ziemlich schwer!

Ich bin sehr froh, dass ich ganz ich
bin und nicht ein Stück tunnelig.
Ich weiß, wo vorn und Hintern sind,
und dieser Reime Schluss, mein Kind!

_________________
*Eigentlich fing alles damit an, dass der Herr Schmidt aus meinem Raketenlabor heute morgen was von einem Unfall im Limes-Tunnel in Schwalbach erzählte, und ich etwas von einem Unfall im Liebestunnel vom Herrn Schwalbach verstand. Das habt ihr jetzt davon.

Tags: , , ,

Senf 4 mal Senf »

Wer schon immer wissen wollte, was der eigentliche Grund für meine lange Abwesenheit war, der wird heute zwar nicht schlauer, aber um eine schöne Anekdote reicher. Der wahre Grund für meine längerfristige Absenz war ein unlösbares Paradoxon an meinem Expeditionsziel.

Gefühlte fünf Wochen stand ich davor grübelte, bis ich mich darauf besann, dass ich bin und dass das reicht.

Scheiß doch auf Wertgegenstände.


Wer keinen Sinn für Logik hat, kann trotzdem Sinn für Humor haben. Hausmeister hätte ich werden sollen.

Tags: ,

Senf 4 mal Senf »

Gute Nachrichten: Ich bin von der Expedition zu mir selbst wohlbehalten zurückgekehrt. Währenddessen habe ich von vielem gefastet, auf das ich sonst täglich meine Energie verwandte. Das schloss das Netz der unbegrenzten Möglichkeiten ein, und damit auch diesen Ort hier.

Ich habe etwas von dieser Reise mitgebracht: Mich. Mit allem, was dazu gehört. Unsicherheit, Angst, Wut, Trauer, Lebensfreude, Leidenschaft und Kreativität. Und dieses kleine bebilderte Gedicht weiter unten, das bei einem morgentlichen Spaziergang zu keimen begann.

Ein großes Dankeschön an alle, die mich begleitet haben, ob vor Ort oder von der raketenwissenschaftlichen Basisstation aus!

Schön, dass ich wieder hier bin.

*********************************************************

Oh my thistle in the meadow
without the sun
you have no shadow

Oh lilac princess of the green
without her light
you can’t be seen

Oh thorny beauty in full bloom
without her love
we dwell in gloom

Oh my royal little flower
you and me
long for her power

And as we feel sun’s warm caress
I smile and see
your lilac dress.

Tags: , , , , , , , , ,

Senf 7 mal Senf »

Wer schon immer mal wissen wollte, was Raketenwissenschaftler tun, um die gefühlte Ausdehnung des Raum-Zeit-Kontinuums zu besiegen, wenn Sie in Endlostelefonkonferenzen gefangen sind, der wird heute schlauer.


“Balance Sheet vs. Kleinvieh”: Raketenmäßiger Fluchtplan.

Wer sich hingegen in den kommenden Wochen fragen mag, wo ich abgeblieben bin, dem sei gesagt: Auf Weltraumexpedition zur Erforschung meines eigenen Raum-Zeit-Kontinuums. Der Wiedereintritt ist aber auf jeden Fall geplant!

Tags: , , ,

Senf 6 mal Senf »

Kürzlich bekam ich Post, und zwar ganz altmodisch im Briefkasten an der Tür. Das ist mittlerweile eher selten, insbesondere, wenn es erfreulicherweise weder Rechnung noch Werbung ist. Wenn der Inhalt dann noch musikalisch und derart gelungen ist, so schreibe ich hier auch gerne darüber.*

Die Herren Krohn und Bornée von KonFerenz haben zugeschlagen, bereits zum dritten Mal. Und, mein lieber Herr Gesangsverein, reinhören lohnt sich! Diese Worte sind umso wertvoller, als dass sie aus der Feder eines Rockers mit Leib und Seele kommen, und KonFerenz vor allem unter NuJazz und Electronica einzuordnen sind.


Erwischt, und zwar in flagranti auf dem Raketenwissenschaftlerheimlaborschreibtisch.

Während der erste Track nahtlos an das großartige Vorgängeralbum “intakt” anknüpft, wird spätestens ab Nummer Zwo klar, dass die musikalische Reise durchs urbane Nachtleben in viele Richtungen weitergeht. Das vergrößerte Ensemble der Gaststimmen und -instrumente (die samtig-soulige Chinaza, mit wundervoller südeuropäischer Emocion Liza da Costa von Hotel Bossa Nova, Klaus Jatho jazzig-lässig am Blasmetall und bis hin zur Rockigkeit gitarrezupfend Jens Tausch und Andreas Twele) hat erfrischende Spuren im großstädtischen Musikasphalt hinterlassen. “in flagranti” bleibt dabei ein harmonisches und harmonieverwöhntes Gesamtkunstwerk, ohne in Homogenität abzudriften. Lässigkeit, Melancholie, Emotion und reine Spielfreude fließen Hand in Hand, oder besser: Ton in Ton durch den Äther und meine Ohren.

Nebenbeilaufenlassen funktioniert, ist aber viel zu schade. “Active Listening” möchte ich für “in flagranti” wärmstens empfehlen! Und ja: Gute Musik wie diese verdient es, gekauft zu werden.

Vorher und überhaupt einmal reinhören kann man außer in meinem Raketenwissenschaftlerwohnzimmer übrigens hier und im Video unten.


KonFerenz – In Flagranti

_________________
*Bevor jetzt jemand denkt, ich mache hier entgeltlich Werbung: Das wäre schön. Meine Kohlen muss ich aber immer noch mit Raketenwissenschaft verdienen. Und eigentlich wäre es doof, wenn hier Mammon und nicht mehr Idealismus und Leidenschaft regieren würden und das hier kein Sanktum wider den alltäglichen Konsum- und Kapitalismuswahn mehr wäre.

Tags: , , , , ,

Senf 4 mal Senf »

Zählt und kostet nix.