Beiträge zu “Piraten”

Es dachte einst ein Abenteurer:
“Mein Wein wird jeden Abend teurer!
So kann das echt nicht weiter gehen,
sonst ist mein Ende abzusehen!

Ich höre hier in der Spelunke
ob meiner Zukunft nur Geunke!
Am Automaten, da will ich nicht flippern –
besser mit Piraten die See durchschippern!

Ihr Landratten lernt mich noch kennen!
Ich werde mich jetzt umbenennen!
Von San Juan bis Mexikos Golf
wird man mich fürchten als Rosa Rolf!”

Mit rechtem Getöse und Radau
brach Rosa Rolf auf nach Curaçao
und heuerte sehr bald dort an
bei ‘nem Piraten namens Jan.

Bei Jan jedoch tat es noch hapern –
vor allem mit dem Schiffe kapern –
am besten könnte er laut Fluchen
und nach vergrab’nen Schätzen suchen.

Es wär’ ein solches Abenteuer
zudem noch frei von jeder Steuer!
Er bräuchte trotzdem dann und wann
auf seinem Schiff ‘nen Steuermann.

“Ha! Ich umfahre jede Klippe!”,
rief Rosa Rolf mit dicker Lippe.
Und so schrie Jan: “Genug Blabla,
wir jagen einen Schatz, haha!”

“Suchst du nach ‘nem Schatz mit Karten,
brauchst du auf jeden Fall ‘nen Spaten!”,
brillierte Rosa Rolf vor Jan –
der war davon sehr angetan.

Er hätte auf dem Klo gesessen,
davon gequält, was er vergessen,
jetzt wüsste er auch wieder was.
Piraten, ja, die haben Spaß!

Es sagte Rolf, dass er gern wüsste –
man segelte entlang der Küste –
wessen Schatz sie heuer suchten?
Den von irgendwem verruchten?

Käptn Jan wüsste von nix,
der Eigner hieße wohl Herr X,
das jedenfalls ständ’ auf der Karte
mit dem Hinweis auf’s Verscharrte.

Nach ein wenig Hin und Her
zwischen Inseln und durch’s Meer
kriegte Rosa Rolf Schluckauf*
und lief auf eine Sandbank auf.

Zum Glück für die Piratenschar
war da das Ziel schon ziemlich nah,
Spaten und Karte gut verpackt –
man schwamm den Rest – natürlich nackt.

Am Strande dann ging Käptn Jan
der Crew voraus mit Steuermann,
zielsicher rechts zu Herrn X’ens Höhle –
die Piraten starteten Gegröhle!

Rosa Rolf griff sich den Spaten,
grub nach des Herrn X’ Ersparten,
fand eine Kiste, schwer verdreckt:
Ein Zettel war darin versteckt.

“Sehr geehrter Herr Pirat!”,
stand geschrieben dort, Zitat:
“Gratulation, Schatz ist gefunden.
Du hast dich sicher sehr geschunden!

Doch das Gold, das hier einst war,
hab’ ich verschleudert, wirklich wahr!
‘ne Frau, ein Schiff – leider gesunken –
den Rest hab’ ich mit Rum vertrunken.

Auf dass ich hier weg komm’, malte ich
jene Karte und schickt’ sie an dich.
Jetzt, da du das liest, da zieh’ ich ganz keck
dein Schiff von der Sandbank und segel’ weg!

Ich leg’ mich jetzt schlafen in deiner Kajüte –
bei dir um die Ecke steht meine Hütte,
da wächst so mache Kokosnuss –
anfangs ist das noch ein Genuss!

Das Klima hier ist wirklich toll,
nur die Latrine leider voll.
Ich hoffe, du bist gut zu Fuß!
Tschüß, dein Herr X, mit liebem Gruß.”

Es war’n die Piraten still und stumm –
Herr X verkaufte sie für dumm!
“Der Schatz”, rief Jan, “der muss hier sein,
ich spüre das im linken Bein!”

Käptn Jan und seine Piraten
suchten noch Jahre mit dem Spaten,
doch einen Schatz fanden sie nie –
am Ende schmerzten nur die Knie.

Bevor sie auf der Insel versauert,
schwammen sie heim (hat lange gedauert).
Rosa Rolf jedoch verschwand,
da er den wahren Schatz erkannt.

Eine Insel, nur für sich –
das war wahrhaft königlich!
Er lebte lange dort, zufrieden –
bis er dann irgendwann verschieden.

Für des Herrn X’ens alte Truhe,
schrieb er zuvor in aller Ruhe
einen zweiten Piratenbrief,
und er vergrub das Ganze tief.

“Von Rosa Rolf (Pirat), P.S.:
Bevor ich dieses hier vergess’ –
Jagst du nach den größten Schätzen,
lerne, was du hast zu schätzen!”

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*Hier bekamen, so wollte es der Zufall, Rosa Rolf zusammen mit der Metrik einen kleinen Anfall von Seekrankheit. Lesen Sie darob bitte “Schluck’auf”, also mit der Betonung auf “auf”. Öff öff.

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Ja, es ist Wahlkampf. Auch im kleinen verschlafenen Bad Nauheim. Und ganz ehrlich: Die Piratenpartei muss sich von den Grünen noch ein ganzes Stück abschneiden von wegen Marketingstrategie und Sex sells und so.


Da haben sie recht, die Grünen. Das ist tatsächlich entspannter.

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Piratenjagd kennen wir Durchschnittsraketenwissenschaftler eigentlich nur vom Zocken oder von der Mattscheibe. Aber derzeit wird’s ernst, allerdings nicht in der Karibik, sondern vor der Küste Somalias.

Festung in Havanna

Dort überfallen und kapern Piraten mit großer Regelmäßigkeit Schiffe und erpressen Lösegeld, was nicht neu ist, und angesichts der verheerenden innenpolitischen Lage nicht verwunderlich. Den Schiffsverkehr und die Menschen, vor allem aber den internationalen Güterstrom dort zu schützen, ist also mehr als verständlich und derzeit medial sehr präsent.

So sehr auch ein kurzfristiges militärisches Eingreifen notwendig scheint, um so mehr verwundert es mich, dass keiner sich Gedanken zu machen scheint, wie man die Quelle des Übels zum Versiegen bringen könnte. Ohne externe Hilfe ist es nicht wahrscheinlich, dass sich Somalia stabilisiert. Es wird weiter fruchtbarer Boden sein für Piraten, die letztendlich auch nur Menschen sind, die versuchen, in ihrer Umgebung zu überleben, und dabei nicht von somalischer Staatsmacht oder Gesetzen eingeschränkt werden.

Kurzum: Meine Steuern (und die meiner in Deutschland versteuernder Leser) wären nur dann gut in der Bundesmarinepiratenjagd investiert, wenn sich daran ein Aufbauprogramm für Somalia anschließt. Passiert dies nicht, werden die Piraten so schnell wieder da sein, wie die ausländische Kriegsmarine verschwunden ist. Eine dauernde Präsenz von Kriegsschiffen würde zwar Sicherheit, aber ebenso Millionen und Milliarden an Kosten garantieren, die man auch anders verschwenden investieren könnte.

Aber auf mich hört ja keiner. Jedenfalls keiner, der es ändern könnte.

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Zählt und kostet nix.