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Tag: Tankstelle

Fünf Worte, ein Gedicht: Der Huf des Muezzin

Fünf Worte, ein Gedicht: Der Huf des Muezzin

Es wird Zeit, aber wirklich. Herr Medizinalrat Pé scheint zum Glück ein Mensch von der geduldigen Sorte. Zum Glück für sich selbst, denn sonst hätte er beim Warten auf sein Fünf Worte-Gedicht sicher noch mehr graue Haare bekommen. Wünschen tat er sich Muezzin, Dattel, Melonentransporthose, Verschleierung und Fichtennadelöhr. Meiner eigenen Gesundheit zuliebe werde ich nun darauf achten, dass daraus nichts wird, was als lyrische Mohammed-Karikatur gesehen werden könnte.

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Es sang dereinst ein Muezzin
ein Lied beim Tanken von Benzin,
schwang seine Hüfte und den Schlauch*
und seine Arme und den Bauch.

Von dieser Show sehr angetan
sprach eine Schönheit ihn gleich an,
ob er denn auch für sie mal sänge,
und die Extremitäten schwänge.

“Salem, du wunderschöne Dattel,
beim Singen sitz’ ich fest im Sattel!
Vom Tanz tanz’ ich dir jede Pose,
auch in Melonentransporthose!

Lass’ mich mein Stahlkamel noch tanken,
dann komm’ mit mir, du wirst’s mir danken!”
Die Schönheit ließ sich nicht lang’ bitten,
und alsbald war’n sie fort geritten**.

Dann, beim Muezzin zuhause,
tranken sie ‘ne Liebesbrause.
Die Schönheit trug, um sich zu adeln,
am Ohr Parfüm von Fichtennadeln.

“Ich hoffe, dass ich dich betör’,
ich und mein Fichtennadelöhr!”
so hauchte sie beim Lösen
ihrer Verschlei’rung Ösen.

Was dann passierte, sei verschwiegen
(Tanz und Gesang, auch mal im Liegen),
was zeigt, dass hin und wieder, dann und wann,
auch eine Tank- ‘ne Tanzstelle sein kann!

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*Den Benzinschlauch, natürlich. Alles andere hatte er anständig verpackt.

**Auch “Ford geritten” hätte hier gepasst, nicht wahr?