Beiträge zu “Traum”

“Du, Florian”, sagte ich zu meinem Freund Florian, der gedankenversunken an einer Tasse Tee nippte. “Ich hatte letzte Nacht so einen Traum. So einen wie die, in denen ich sonst immer Jopi Heesters gesehen habe.”

“Hmm”, murmelte Florian, ohne seinen Blick von seiner Teetasse zu nehmen.

“Aber dieses Mal war er nicht da. Dabei wollte ich ihm von meinem Grundschulmusiklehrer erzählen und ihm meine neuen Schuhe zeigen. Ich habe auf ihn gewartet, bis kurz bevor ich aufgewacht bin. Aber er ist einfach nicht erschienen. Und das, obwohl sein weißer Schal über dem Barhocker neben mir lag. Da war ich ein bisschen traurig.”

“Vielleicht hatte er etwas Besseres zu tun”, mutmaßte mein Freund Florian und schaute mir das erste Mal an diesem Abend in die Augen. “Ganz ehrlich, ich mag deine Schuhe, aber was hätte Jopi dazu sagen sollen? Er ist doch mittlerweile schon völlig blind. Außerdem: Deine neuen Schuhe quietschen, wenn die Sohlen nass sind.”

“Am Ende hat er wirklich noch einmal ganz von vorne angefangen. Irgendwo anders. Jedenfalls habe ich mir schließlich seinen weißen Schal genommen, mir angezogen und ‘Ich träume jede Nacht von Ihnen’ gesungen.”, sagte ich und bestellte mir auch eine Tasse Tee. “Und das Letzte, an das ich mich erinnern kann, bevor ich aufwachte, war ein heiseres Lachen. So wie damals, als Jopi darüber lachte, dass ich keine Schuhe anhatte.”

“Weißt du”, sagte Florian und leerte seinen Tee, “Wenn deine neuen Schuhe mal nicht quietschen, sind sie echt nicht übel.”

“Jopi hätte sich bestimmt darüber gefreut.”

“Ja, das hätte er.”

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“Du, Florian”, sagte ich zu meinem Freund Florian, der gerade genüsslich in einer Schüssel gesalzener Erdnüsse wühlte, “Weißt du noch, vor einer Weile, da hatte ich so seltsame Träume…”

Florian schaute von der Schüssel auf und zu mir. “Ja, mit Jopi Heesters”, nuschelte er zwischen den Erdnussstückchen in seinem Mund hindurch.

“Letzte Nacht, nach langer Zeit, habe ich wieder von ihm geträumt”, erzählte ich. “Er begrüßte mich überschwänglich. Offenbar hat er mich wiedererkannt, trotz seines biblischen Alters.”

Florian hob ungläubig eine Augenbraue. “Ich glaube, der hat geblufft. Das macht mein Opa auch immer so, wenn er jemanden trifft, ganz gleich ob er weiß, wer der Typ ist. Oder die Frau. Das macht er auch bei Leuten, die er noch nie getroffen hat, nur um sicher zu gehen. Wie neulich den polnischen Stromableser von den Stadtwerken.”

“Also, ich glaube trotzdem, dass er mich wiedererkannt hat. Er schaute nämlich zuerst auf meine Füße. Dann bestellte er eine Kanne Nierentee und sagte, dass er noch mal ganz von vorne anfangen will.”

“So mit neuem Beruf und so?” fragte Florian.

“Noch weiter vorne. Mit einer anderen Grundschule. Er sagte, er fand seinen Musiklehrer in Holland damals total doof, und der hätte ihm fast seine Karriere versaut. Jetzt wollte er sich eine andere Grundschule suchen. Das hätte sein alter Musiklehrer dann davon.”

“Letzte Woche hat mein Opa meinen alten Musiklehrer getroffen und ihn freudestrahlend umarmt”, erwiderte Florian und schaute sich nach einer neuen Schüssel mit Erdnüssen um. “Obwohl er ihn gar nicht kannte. Aber Nierentee mag er auch, mein Opa.”

Ich nickte zustimmend und fragte mich, was wohl aus Florian geworden wäre, wenn er Jopis alten Musiklehrer in der Schule gehabt hätte.

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Zählt und kostet nix.