Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XIX

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XIX

In Zeiten, in denen Raketentreibstoff immer unerschwinglicher wird, ist in meinem Raketenlabor Kostendisziplin* gefragt. Wie auch andernorts werden werden hier einzelne Raketenwissenschaftlerteams in regelmäßigen Abständen umstrukturiert und umbenannt. Wegen des allgemeinen Kostendrucks ist in solchen Fällen Kreativität gefragt, um weiterhin die richtige Fahne hochhalten zu können.


Praktisch und flexibel: Jede weitere Änderung der Abteilungsbezeichung ist im Nu umgesetzt.

Auch Schutz vor den Zündungsblitzen bei Raketenstarts oder Forschungsmonitorstrahlung muss der Raketenwissenschaftler von heute oft selbst vornehmen. Der Herr Schmidt aus meinem alten Raketenlabor hat das dokumentiert. Zu sehen ist der Herr Jamaleddine, der mit eigens besorgter Strahlenschutzbrille dem grellen Licht des brennenden Raketentreibstoffes trotzt.


Kein Fehler in der Matrix: Herr JamaleddiNeo bleibt vollkommen gelassen.

Ich für meinen Teil werde mich jetzt wieder ins kürzlich installierte Hamsterrad setzen, damit hier heute abend nicht das Licht ausgeht.
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*Auf Bullshitbingo-Neudeutsch auch gerne “cost containment” genannt.

4 thoughts on “Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XIX

  1. Mindestens genauso wichtig wie Zündungsblitzschutzbrillen sind Sepzialsicherheitsstühle aus formbeständigen Polyurethan-V2-Stahl-Gemisch mit einem Messerspitzchen Spritzbeton fürs innere Gleichgewicht. Und für die optimale Katapultierposition: Recarogurte mittels verschränkter Arme doppelt fixieren, was die Flugeigenschaften erheblich verbessert. Wie aus dem Raketenstartlehrbuch, der Herr: Eins A.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  2. Werter Herr Schoss,

    formbeständiges Polyurethan-V2-Stahl-Gemisch mit einem Messerspitzchen Spritzbeton ist die Idealvorstellung. Aus Kostengründen verwenden wir heute leider zumeist nur Styropor oder zwei Wochen alten Kartoffelbrei. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit fallen Kollateralschäden auch nicht so schwer ins Gewicht.

    Die Recarogurte müssen wir zumeist mit Tesa oder Paketband ersetzen. Andererseits: Wer das alles überstanden hat, den kann im Leben nichts mehr so leicht aus der Umlaufbahn werfen.

    Herzlichst,
    Ihr Scheibster

  3. Die Krawatte ist für den Notfall konzipiert, d.h. falls Tesa oder Paketband leer sind.

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