Neulich, bei wunderschönstem Abendrot
schmiert sich Horst sein Abendbrot.
Er belegt es mit der Lieblingswurst
und macht sich Tee gegen den Durst.

Schließlich dann geht er wie immer
mit dem Mahl ins Fernsehzimmer,
dort wartet auf ihn – ja, genau,
das Canapée und der TV.

Auf dem Weg sieht er im Garten
ein Reh auf irgendetwas warten.
Just schlinget sich die Hundeleine
vom Halse baumelnd um Horsts Beine.

Mit der Leine, der vom Hunde,
dreht Horst gerne eine Runde,
doch ist es leichthin einzusehen:
Verheddert stört das arg beim Gehen.

Von der Leine so beengt,
die in den High Heels sich zudem verfängt
kommt Horst ganz schön schnell ins Trudeln,
und verflucht die Rehe gleich in Rudeln.

Doch geht es Horst wie jüngst beim Tanz:
Er fällt mit wenig Eleganz
über das heißgeliebte Canapée,
und verschüttet auch den heißen Tee.

Vom flücht’gen Tee den Arm verbrannt,
Gabel im Fuß, Messer in der Hand,
taumelt Horst durchs Fernsehzimmer:
“Scheiße auch, alles wie immer!”

Schließlich bleibt er stehen und wischt
die Wurst sich aus flugs dem Gesicht,
schnappt sich noch den alten Spaten
und jagt das Reh durch seinen Garten.

Doch dank Horsts schlechter Kondition
endet bald die Rehhatz schon.
Nach kurzem Blick auf Horst und Spaten
verlässt kopfschüttelnd das Reh den Garten.

Horsts Wunden hören auf zu bluten,
eine Wende scheint dies – hin zum Guten.
So geht denn Horst ins Haus zurück,
und ordert Pizza: “…fuffzehn Stück!”

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8 mal Senf zu “Horst und das Abendbrot”
  1. Erdge Schoss sagt:

    Bei Jagd und Hatz, werter Herr Scheibster,
    wächst der Appetit geradezu enorm.

    Waidmannsheil
    Ihr Erdge Schoss

  2. Scheibster sagt:

    Zudem, werter Herr Schoss, muss Horst seine über Jahre liebe- und transfettvoll gepflegte Birnenform erhalten, Jagd hin, Reh her.

  3. N(acht)W(ächter) sagt:

    Und wann du zum Rehe gehst, dann vergiss die Hundeleine nicht! (altes Neandertalersprichwort!)

  4. Scheibster sagt:

    Du meinst, mein lieber Herr Nachtwächter, der alte Nietzsche hätte das einfach geklaut? So ein Schlitzohr.

  5. Meise sagt:

    Na,na! Da überreagiert der liebe Horst aber. Was kann das Reh dafür, dass er mit Hundleine unterwegs ist und High Heels trägt? Außerdem müsste er wissen, dass man sich mit Hundeleine auf allen Vieren fortzubewegen hat!
    Da wäre das nicht passiert!
    (Allerdings hätte er so auch keinen Tee und keine Wurststulle transportieren können…)

  6. Scheibster sagt:

    Liebe Frau Meise, Horst ist einfach noch nicht selbstreflektiert genug, um sich selbst den Spaten über den Schädel zu ziehen. Sie mögen ihm das verzeihen.

    Horst hätte sein Abendbrot sehr wohl auf allen Vieren, und zwar auf seinem Rücken transportieren können. Da er im Gegensatz zu seinem Nachbar Klaus jedoch kein Schlangenmensch ist, war er nicht in der Lage, sich Wurstbrot und Tee selbst auf den Rücken zu stellen. Aber beschreiben Sie so etwas mal in Reimform.

  7. Träger des Lichts sagt:

    Nietzsche war Neandertaler? War er nicht Nihilist und hatte ein Frettchen? Und überhaupt. Die Geschichte ist weit hergeholt. Nirgendwo ein Wort, was auch den Pizzen drauf ist. Ersatzweise Rehrückenpizza?

  8. Scheibster sagt:

    Die Pizza ordert Horst mit Schinken,
    Wild fängt zu schnell an zu stinken.
    Dazu gibt’s ungewollt Sardellen:
    So ist es halt in manchen Fällen.

Gib deinen Senf dazu.

Jede Mahlzeit braucht einen Blutigen, der sie ausbricht.

Zählt und kostet nix.