Wednesday Noon Poem Club: Mahlzeit

Wednesday Noon Poem Club: Mahlzeit

Jaja, Mittwoch war gestern. Aber ich kann’s ja nicht dauernd umbenennen. Und irgendwo auf der Welt ist immer Mittwoch, hat mal mein Opa gesagt.

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Es wollte einst ein Mann in Hessen
‘ne Currywurst zum Mittagessen.
So suchte er ‘ne Transfettbude
wurd’ dort begrüßt, ganz herzlisch: “Guude!”

Was er denn habbe wollt’, der Mann,
so der Transfettgott ganz freundlich.
E Schnitzelbrödsche, dann und wann,
verbessere die Laune deutlich.

Das wäre alles schön und gut (Echt!),
doch Schnitzelbrötchen fänd’ er furchtbar,
ihm war doch letztens richtig schlecht,
weil mal ein Schnitzel nicht ganz durch war.

Auch Burger wär’n nicht seine Sache
(probiert in Memphis, Tennessee),
doch wenn man Currywurst ihm mache,
tät’ er sich mächtig freu’n. (Und wie!)

“Ei, Curryworscht, des habb’ isch net”,
erwiderte der Transfettgott.
Pommes Mayo, saftisch’ Mett!
Curryworscht – komm’ her, geh’ fott!”

Der Mann schaute darauf sehr traurig
(in seinem Halse schwoll ein Kloß)
und sagte: “Ist’s auch noch so schaurig,
dann nehme ich halt doch Grie Soß!”

12 thoughts on “Wednesday Noon Poem Club: Mahlzeit

  1. Scheibster, lieber Scheibster
    das hat mir Spaß gebracht!
    Nun schnell ins Bett
    und schlaft* recht schön
    und lasst Euch morgen wiedersehn
    ich wünsch Euch* gute Nacht!

    * Alte Form der respektvollen Anrede, hier wegen des Versmasses erforderlich

  2. Das erinnert mich an Friedrich Stoltzes berühmte Zeilen aus seinem Frankfurt-Gedicht:

    “un es will merr net in mein Kopp enei,
    wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!”

    Lang lebe die Frankfurter Mundart, werter Scheibster.

  3. Schön, wieder von dir zu lesen.
    Und alles gänzlich ohne Spesen.

    Puh, ich überlasse das Versen dann doch lieber den Könnern.

    Eine Frage zur Sidebar: Ist es Absicht, dass dein Poll inaktiv ist?

  4. @WeltdesWissens: Lyrik am Abend, erquickend und lecker!

    @Träger des Lichts: Sehr schönes Zitat, mein lieber Lichtträger! Dazu fällt mir ein ganz ähnlicher Spruch ein, den es zwar in vielfältigsten Ausführungen gibt, mir dieser aber am besten gefällt: Mehr als ein Hesse kann der Mensch kaum werden! 🙂

    @Chlorine: So möcht’ ich hier nicht um Worte ringen, sondern meine Freude über deine zum Ausdruck bringen!

    Der Poll war inaktiv, weil ich ihm eine Lebensendzeit verpasst hatte und noch keinen neuen eingestellt. 🙂

  5. Besten Dank! Irgendwann werde ich das Kompliment an meinen Opa weiterreichen, ich hoffe aber, dass das noch ein wenig Zeit hat. 🙂

  6. Du warst am Mittwoch nicht zufällig im Grüneburgweg, der Hanauer Landstraße, der Berger Straße oder im Nordwestzentrum zu Frankfurt zufällig Currywurst essen? Oder woher kam die Inspiration?

  7. Hey Schreibster, tolles Gedicht 😀 Is heute nich eigentlich wieder Mittwoch?

    Egal, Marco und ich haben ein Gedichte-Blog ins Leben gerufen und suchen nach Autoren, die Lust haben, da etwas von ihren Werken zum Besten zu geben. Wär schön, wenn du mitmachen würdest, um dich als Autor hinzuzufügen bräuchte ich nur deine eMail-Adresse (und ein bisschen Glück, dass es funktioniert).

  8. Aaaargh, verflucht seien meine Finger! Ich meine natürlich Scheibster, nicht Schreibster. Ich hab so an’s schreiben gedacht… Klarer Fall eines Freud’schen Vertippers.

  9. @Nachtwächter: Das ist jetzt ziemlich lange her, aber so weit ich mich erinnern kann: Nein.

    @weltdeswissens: Irgendwo ist aber auch Sonntag. Jahaa! Und da muss man(n) ruhen.

    @Meadow: Vielen Dank für die Blumen und die Einladung! Derzeit bin ich allerdings schon damit überfordert, dieses Werk hier mit Inhalt zu füllen, von daher muss ich leider erst einmal passen.

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