Fünf Worte, ein Gedicht: Bill trinkt Vollmich

Fünf Worte, ein Gedicht: Bill trinkt Vollmich

So ist das, wenn man lange weg ist: Die Leute glauben nicht, dass man selbst mal wieder vorbeischaut, sondern ein sehr subversiver selbstverliebter Hochstapler ist, der nur so tut, als sei er ich. Darum forderte Frau Cara “einen Haiku zu Lichtgeschwindigkeit, Mondfinsternis, Molekularbiologie und den Zusammenhang zwischen Shakespeare und H-Milch“.

Das ist für fortgeschrittene Lyrikbots, das muss ich zugeben. Also selbst dichten. Es sei.

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Es war ins Gespräch gekommen
der Einstein und ein Dichter aus
London, und genau genommen
schoss Einstein sich die Lichter aus.

“Das geht doch gar nicht”, hör’ ich’s schrei’n,
“die lebten nicht zur selben Zeit,
und Einstein trank nur selten Wein,
schon gar nicht bis zur Trunkenheit!”

Das eng zu sehen ist fatal,
und nehmen sie es ihm nicht krumm,
denn Einstein spielte gerne mal
mit dem Raum-Zeit-Kontinuum!

Der Einstein war besagtem Dichter
tatsächlich völlig unbekannt,
doch Albert kam noch auf den Trichter
und hatt’ Bill an Macbeth erkannt.

“You, my friend, you must be William”,
rief Albert bester Weineslaune.
“Hol’ mal Wein, aber kein’ bill’jen!”
Und Willian tat’s. (Jaja, man staune!)

Da hatte Shakespeare den Salat:
Jetzt legte Einstein richtig los,
erzählte was von “Ämk-Quadrat“,
und Skiurlauben in Davos.

Er liebte es, ganz klar gesagt,
mit Lichtgeschwindigkeit zu reisen,
da sei man nicht so schnell betagt,
und abgelegt beim alten Eisen.

Doch eines, das begriff er nie,
das sei echt nichts für Jedermann:
Molekularbiologie,
die ließ er Knoop und Ackermann.

Bill Shakespeare wollt’ viel lieber wissen,
was es mit Dingen auf sich hat,
wie Lautensaiten, die oft rissen,
Mondfinsternis, and this and that.

Einstein wollte er noch sagen,
er hätte gern’, wenn’s ihm gefällt,
ein Gedicht ihm vorgetragen,
und eine H-Milch sich bestellt.

Denn H-Milch tränke er sehr gerne.
(Ein Kerl, McFly, hätt’ sie gebracht,
der käme wohl aus weiter Ferne,
wär’ abgereist, erst letzte Nacht.)

Doch Einstein war schon arg am Ende,
als er mit schwerer Zunge frug,
wo sich wohl gleich das Loo befände,
und was die Rechnung denn betrug.

Bill Shakespeare kam sich, sagen wir’s,
von Einstein arg veralbert vor,
als der “Two beers or not two beers”
skandierte, und zwar volles Rohr.

Der Bill verließ darauf die Schänke,
sein Gemüt in hellen Flammen,
Einstein zahlte die Getränke
und brach ohnmächtig zusammen.

Still auf dem Boden liegend träumte
der Einstein dann trotz Sommernacht
von Skihasen und er versäumte
darob den Wecker um halb acht.

6 thoughts on “Fünf Worte, ein Gedicht: Bill trinkt Vollmich

  1. @weltdeswissens: Lieben Dank! Und Sie werden lachen, werte Frau WissenGlobal, dieser Titel war Teilinspiration zum Titel. Von daher: Immer raus damit!

    @Meise: Auch lieben Dank. Ich finde, die drei passen ganz gut zusammen.

    @Erdge Schoss: Bester Herr Schoss, der Wintersport und ich sind Freunde, seit der Après Ski erfunden wurde. Après kann ich auch schon, nur mit dem Skifahren hapert’s noch a weng.

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