Goldfingers Goldfische

Goldfingers Goldfische

Es jagte einst James Bond
Herrn Blofeld. (Der war blond,
bevor er seine Glatze schor
und auf Arm mit Katze* schwor.)

Auch den Herren Scaramanga
besiegte er mit Girl im Tanga
einfach irgendwo am Strand
(mitsamt Schnick Schnack): Allerhand!

Herr Auric Goldfinger hingegen
war Bond zwar deutlich unterlegen,
doch der verpasste alleweil
ein kleines, wichtiges Detail.

Denn der Schurke hielt zum Spaß
sich Goldfische in einem Glas!
Sie überlebten den Agenten
und ließen schließlich sich verrenten.

Im Seniorenstiftaquarium
(ja, dort hängen sie zu Zweien ‘rum)
planen sie täglich (Kaum zu glauben!)
Fort Knox noch einmal auszurauben.

Sollte ihnen das gelingen,
würd’ es sicher komisch klingen:
“Goldfingers altes Goldfischpaar
erbeutet Gold und Geld in bar!”

Herr Bond, der müsste eingesteh’n:
“Die Fische hab’ ich überseh’n!”
Ich hoffe – und da bin ich kleinlich –
das wäre James überaus peinlich!

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*Korrekterweise müsste es heißen: Perserkatze auf dem Arm. Das passt aber metrisch nicht, obwohl die Perserkatze als Gegenstück zu Blofelds mangelnden Haupthaar verstanden werden könnte und diesem Werk mehr Tiefe verleihen täte. Ich hätte auch “Arm mit Mieze” schreiben können, allerdings nur, wenn öffentlich wäre, dass Herr Blofeld sich auch seine Kietze rasierte. Aber wer würde das wiederum wissen wollen, und wer wäre schon Hesse genug, um zu wissen, dass mit “Kietze” der Bauch gemeint ist? Also: Arm mit Katze.

5 thoughts on “Goldfingers Goldfische

  1. So schön, dass ich Herrn Fröbes Erben beinahe Glück wünschen möchte. Doch Schurken bleiben Schurken. In Spanien gibt es übrigens Verwendung für Goldfische in der Küche, Herr Bond!

  2. Formidabel, werter Herr Scheibster.

    Insbesondere für die bildende Fußnote (Kietze werde ich in meinen Wortschatz aufnehmen).

    Auch der Vorname des Herrn Goldfinger war mir bislang unbekannt, noch was gelernt. Merci!

  3. @Meise: Liebe Frau Meise, vielen Dank – und grundsätzlich haben Sie ganz Recht. Ohne diesen wichtigen Teil der Popkultur und ihren Einfluss auf mich hätte es dieses Werk nie gegeben.

    Inspirationskern waren hier tatsächlich schlicht “Goldfingers Goldfische”. Das flutschte mir unlängst ohne Vorwarnung durch meine Raketenwissenschaftlerhirnwindungen. Das ist daraus geworden.

    @weltdeswissens: Liebe Frau WdW, danke und gerne! Ich gebe auch gerne offen zu, dass mir der Vorname von Herrn G. erst bei der Onlinerecherche während des Verfassens über den Weg lief.

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