Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XX

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XX

Es soll keiner sagen können, Raketenwissenschaftler seien nicht kreativ. Einer meiner neuen Raketenwissenschaftlerkollegen, der Herr Gindra, hat im Sinne der Umweltfreundlichkeit eine energiesparende Innovationssensation einfach eben so aus seinem Ärmel gezaubert:

Den Montgolfiereimer.


Mindestens dreißig Zentimeter Flugweite dank Thermik und den anderen Gesetzen der Physik: Herr Gindras Montgolfiereimer

Das Prinzip ist bestechend einfach: Eine leere Mülltüte in einem leeren Müllereimer verbringen und das Werk danach auf die Klimaanlage oder Heizung stellen. Funktioniert zwar nur, wenn geheizt wird, eignet sich aber prima für Laborwettbewerbe à la “Wer kriegt seinen Eimer am schnellsten hoch?” oder “Wer hat die größte Tüte?”, kurzum den Reiz der archaischen Zonen des (männlichen) Raketenwissenschaftlerhirns.

Ein echter Teufelskerl, der Herr Gindra.

Und wer jetzt behauptet, das sei alles Zufall gewesen und der Herr Gindra habe einfach nur Glück gehabt, der ist ein alter Spielverderber.*

Jawoll.

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* Zumal viele der größten Erfindungen der Menschheit in ihrer Entstehung dem Zufall zuzuschreiben sind. So war die Klobrille zunächst eigentlich nur ein defekter, unabsichtlich durchgesessener Klodeckel, der sich dann aber als nettere Alternative zur nackten Keramik erwies.

10 thoughts on “Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XX

  1. beeindruckend. fast so bedeutsam wie die erfindung des rads, möchte ich meinen. oder der nasenhaarschneidemaschine.

  2. Ich bin mir nciht sicher, ob sich der Montgolfiereimer als Alternative zur Rakete durchsetzen wird.
    Selbst bei der aktuellen Zusatzerderwärmung wird man vom konventionellen Raketenantrieb nicht abkommen.
    Andererseits bin ich nur Laie und kein Spezialist wie Sie, werter Herr Raketenwissenschaftler.

  3. Geben Sie’s doch zu, lieber geschätzter Großhermannoberth: das sind doch die wochentagsüber gesammelten Flatulenzen, die Sie da eingewickelt haben ins Montgolfierenkondom, das ahnt sogar der Raketenlaie. Sie Ungeheurer, Sie! Welch Genius!
    Guten Flug!

    Herzlich
    Ihr
    Ettore

  4. @der.grob: Herr Grob, da haben Sie aber so was von Recht.

    @Herr Wolf: Zugegeben, der Montgolfiereimer ist nicht ganz so schnell wie die meisten Raketen, liegt in der Zeit der viel propagierten Entschleunigung aber voll im Trend.

    @Lars: Nun. Äh. Darum werden Sie auch Raketenwissenschaftler. 🙂

    @Ettore Schmitz: Bester Herr Schmitz, dass Sie aber auch alles enttarnen müssen! Der Eimer darf nie verunglücken, wegen der Genfer Konventionen.

    @PropheT: BEschäftigugslosigkeit wird stark unterschätzt, aber sie kann kreativitätsfördernd wirken. Jawoll.

  5. Bester Herr Raketenwissenschaftler, zwar sehe ich keine Zukunft in der Raumfahrtindustrie, aber möglicherweise in der Musikindustrie. Ich höre bereits Frau Kerners bekannte Melodei zu neuem Texte: “99 Montgolfiereimer”. Der gute Herr Gindra würde so unweigerlich zu verdientem Ruhme und Tantieme gelangen.

  6. Auch künstlerisch, bspw. als Skulptur, werter Herr Scheibster, überzeugt diese revolutionäre Erfindung zu hundert Prozent.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  7. Also Ihr Budget scheint erschreckend gering zu sein, denn das Montgolfiereimerchen wird sich sicher nicht mit einer dickwandigen Qualitätsmülltüte erheben, sondern benötigt dem Foto nach zu urteilen eine hauchdünne, (gefühlsechte) Billigtüte bei der der Hersteller am Material gespart hat wie die Montgolfieres an Fallschirmen, weshalb der Gesamterfolg mittelfristig im Rahmen der Katastrophe liegen dürfte. Glaub ich. Zu glauben. Vielleicht.

  8. @Träger des Lichts: Alleine am Rhythmus muss der Herr Gindra noch arbeiten.

    @Erdge Schoss: Es freut mich immer wieder, Sie zu überzeugen, bester Herr Schoss!

    @Gnaur: Cost Containment hat seine Schattenseite. Aber Pionierarbeit war schon immer nicht ohne Gefahren!

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