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Category: Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXXX

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXXX

Es ist Ende November. Während in vielen Supermärkten hierzulande in den Lagern schon die Osterware auf wehrlose Konsumzombies lauert, bereiten sich die Raketenwissenschaftlerkollegen in meinem Raketenlabor derzeit auf Weihnachten vor.

Verschenken und Basteln spielen dabei eine große Rolle. So bekommen wir aus einem Kinderheim Wunschzettel, die an einem Raketenweihnachtsbaum in der Eingangsschleuse aufgehängt werden. Die Raketenwissenschaftlerkollegen, die sich dazu berufen fühlen, nehmen sich einen (oder auch mehrere) dieser Wunschzettel, besorgen das Gewünschte, verpacken es und geben es an der Raketenwunschzettelerfüllsammelstelle ab.

Ich finde das eine prima Idee. So ganz nebenbei erhalte ich zudem einen Einblick, was mir mein Raketenwissenschaftlernachwuchs in einigen Jahren so auf den Wunschzettel schreiben könnte.

Vielleicht so etwas wie Samantha.


Santa Claus is piercing through town.

Ich gebe offen zu, dass ich – ganz wie mein Raketenwissenschaftlerkollege Don Molitor – zunächst eine Mischung von Amüsement und Entsetzen empfand, und in meinem Raketenwissenschaftlerhirn enstanden umgehend Bilder von Wunschzetteln, auf denen Butterflymesser, Uranbrennstäbe, Brust-OPs*, Spritzbestecke und Scud-Baukästen vermerkt sind.

Ganz anders ist da der Herr Schmidt. Der hat sich gleich den Wunschzettel geschnappt und sein Raketenwissenschaftlergehirn gemartert, um Samantha ihren Wunsch zu erfüllen. Der Herr Schmidt ist nämlich nicht nur das (ganz zu Recht!) selbsterklärte Gesicht des Jahres 2012, nein, der alte Teufelskerl ist nebenbei ein heimlicher Bastelgott!

Wer Raketen und Raketenblaupausen basteln kann, für den ist so ein Lippenpiercingset gar keine Herausforderung. Der Herr Schmidt stellt in dieser Hinsicht auch einen gewissen Herrn McGyver in seinen langen, kalten (und doch so warmherzigen) Schatten.


Ein Lippenpiercingset aus Raketenlaboreinrichtung? Kein Problem für den Herrn Schmidt.

Ich bin mir sehr sicher, dass Samatha sich sehr freuen wird über ihr vom Herrn Schmidt handgebogenes Lippenpiercingset. Weihnachten finde ich toll, und das liegt auch an Raketenwissenschaftlerkollegen wie dem Herrn Schmidt.

Und wer jetzt behauptet, dass der Herr Schmidt auf dem Foto eigentlich selbst nicht so richtig weiß, warum er gerade tut, was er gerade tut, der ist ein alter Spielverderber. Jawoll.

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*Die Brust-OP habe ich schnell wieder verworfen, weil die zu schwierig zu verpacken ist. Ich meine, der Arzt, die Schwestern, das ganze OP-Besteck: Wer sollte das Geschenkpapier bezahlen? Echt jetzt.

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXXIX

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXXIX

Es ist toll, dass ich über gewisse Dinge wenig Handfestes weiß. Über Fußball zum Beispiel. Ich habe in meiner Raketenlaborabteilung trotzdem – oder gerade deswegen – am EM-Tipp teilgenommen, weil ich überzeugt bin, dass das Glück oft mit den Ahnungslosen ist

Die italienische Mannschaft hat dann gestern Abend nicht nur dafür gesorgt, dass die deutsche rausfliegt, sondern auch dafür, dass ich den Raketenlaborabteilungs-EM-Tipp gewinne.

Mich hat das ein wenig über die deutsche Niederlage hinweggetröstet. Ich habe diesen Trost auch heute morgen ausgelebt, indem ich “Azzuro” singend und mit einem herzlichen “Buongiorno!” auf den Lippen mein Raketenlabor betrat und auch prompt meinen Raketenwissenschaftlerforschungsplatz entsprechend gestaltete.

Italia, balla bella!

Viele meiner Raketenwissenschaftlerkollegen inklusive dem Herrn Schmidt und dem großen El Ron fanden das doof und sprachen von Dingen wie Vaterlandsverrat. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen, insbesondere, weil sie die Mannschaft unserer nordwestlichen Nachbarn viel besser gesetzt hatten, und empfehle für Sonntagabend den Besuch beim lokalen italienischen oder spanischen Restaurant.

Olé!

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXXVIII

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXXVIII

Glauben Sie es nur, trotz glückshormonförderndem Raketenwissenschaftlernachwuchs schaffe ich es noch, in meinem Raketenlabor zu forschen. Ist auch ganz praktisch, denn die neue Raketenwissenschaftlerbasis, die ich gerade bauen lasse, muss noch bezahlt werden, und zwar das ein oder andere Jahrzehnt, wenn es nicht zur Hyperinflation kommen sollte.

In diesen Zeiten allgemeiner Finanzkrisen, in denen auch die Reichen zu klagen beginnen, übt auch mein berühmter Raketenwissenschaftlerkollege, der Herr Schmidt, für schlechte Zeiten. Das tut er, indem er zumindest das Besorgen seiner Zwischenmahlzeiten aus dem Recyclingkreislauf unseres Raketenlabors einführt, in diesem Fall einen Schokokokosmülleimerkuss.

Ich finde das eine vorbildliche Maßnahme gegen die Wegwerfgesellschaft vom Herrn Schmidt. Weiter so!


Guten Appetit, Herr Schmidt!

Und wer jetzt behauptet, der Herr Schmidt habe seinen Schokokokosmülleimerkuss nur über den Mülleimer gehalten, um seinen Raketenwissenschaftlerlaborplatz frei von Kokosraspeln zu halten der ist ein alter Spielverderber. Jawoll.

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXXVII

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXXVII

Es ist wahr, ich glänze hier mit gewohnter Abwesenheit, zumindest in den letzten Wochen. Allerdings hatte ich einen guten Grund, denn bei der eigenen Hochzeit mit Abwesenheit zu glänzen hätte ich doof gefunden. Und ich bin mir sicher, dass ich damit nicht alleine gewesen wäre. So ist denn dort alles gut gegangen, und ich hoffe auf und strebe nach Nachhaltigkeit.

Apropos: Auch schon vor meinen raketenwissenschaftlichen Partnerschaftsexperimenten habe ich mich für mehr Nachhaltigkeit und gegen geplante Obsoleszenz eingesetzt, und nicht nur ich, auch mein Raketenlabor tut etwas dagegen – und fantastischerweise auch gleich gegen die Eurokrise. Das erreicht es durch Verwendung von Raketenwissenschaftlermittagessenbezahlkartenaufladungsautomaten, an denen Konrad Zuse selbst angeblich noch mitgewirkt hat. Diese Maschinen kennen den Euro nämlich noch gar nicht und sind daher krisenfest, was auch unschwer an den Abnutzungsspuren zu erkennen ist. Die sind da, aber das Gerät funktioniert.


Scarface unter den Automaten: Wenn das mal keine Anregung ist, die alte “Bank deutscher Länder“-Sammlung aufzulösen.

Ich hingegen fokussiere mich bei meinem Kampf gegen die Wegwerfgesellschaft auf raketenwissenschaftliche Haushaltsgeräte. So benutze ich schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert (mit der ein oder anderen Kurzhaarpause) den gleichen Fön. Einen supercompact 1200 von Braun, hergestellt in Irland. Mein Raketenwissenschaftlervater tauschte noch im letzten Jahrtausend das defekte Stromkabel aus, und ich reparierte unlängst mit Superduperschnellalleskleber gravitations-, grobmotorik- und badfliesenbedingte Kunststoffabsplitterungen am Lufteinlass.

Und er fönt wie am ersten Tag.


Irische Wertarbeit: Heiße Luft für Generationen!

Und was, liebe Lesende, ist euer Beitrag?

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXXVI

Aus dem Leben eines Raketenwissenschaftlers, Teil XXXVI

“Unter Druck entstehen Dilettanten!”

Der Wahnsinn scheint um sich zu greifen, insbesondere um mich herum. Don Molitor droht damit, mit seiner Banane willkürlich Kabelschächte zu penetrieren, und Herr Schmidt weiß, dass Rosenkränze nur leuchten, wenn die Oma brennt. Also die, die ihn trägt.

Und das alles, während ich dabei bin, meine Raketenwissenschaftlerdynastie zu gründen, mit allem, was dazugehört. Bessere Raketenwissenschaftlerhälfte, Raketenwissenschaftlernachwuchs und eigener Raketenwissenschaftlerbasis, was auch begründet, warum ich hier mal wieder mit Raketenwissenschaftlerabstinenz glänze.

Das kommende Jahr wird spannend. Nicht nur wegen der Kabelschächte.